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Zur Geschichte der geologischen Erforschung Ost- und Südafrikas

Krenkel, E.

Kurzfassung

I. Ostafrika: Drei Forscher sind es, deren Tätigkeit der geologischen Erschließung Ostafrikas Bahn brach: L. VON HÖHNEL, J. W. GREGORY und W. BORN-HARDT. HÖHNEL, Österreicher von Geburt, und GREGORY lehrten den Bau Britisch-Ostafrikas kennen, vor allem den des Naivasha-Grabens. Auf des ersteren Reise (1887/88) gründete E. SUESS seine wohlbekannte, in ihren allgemeinen Schlußfolgerungen bedeutungsvolle Studie über die großen ostafrikanisch-syrischen Bruchsysteme. GREGORY erforschte den Vulkanismus jenes Grabens, seines Great Rift Valley, und die Altersfolge der vulkanischen und tektonischen Ereignisse in ihm. Er baute die Theorie der Grabenbildung aus: gedacht wird vor allem an Wölbungszonen, deren First infolge Überspannung zur Grabensohle einbricht. BORNHARDT gab die in ihrer klaren Sachlichkeit grundlegende Darstellung der Geologie des Ostens und Südens Deutsch-Ostafrikas. Er schenkte dem kristallinen Grundgebirge der Afriziden die gleiche Aufmerksamkeit wie seinen Decken, unterrichtete über die weite Verbreitung mesozoischer mariner und terrestrischer Ablagerungen landein der Küste des Indik, bestätigte die Grabennatur des Njassa-Sees und sprach über die Entstehung der Inselberglandschaften. Von den frühen Pionieren der geologischen Forschung, deren älteste geographische Reisende waren, mögen nur diese herausgegriffen werden: Die Missionare REBMANN und KRAPF sahen (1848/49) die Riesenvulkane Ostafrikas, ohne sie selbst zu erreichen. Von diesen ist späterhin der Kilimandjaro ein begehrtes Ziel der Forschung geworden: sowohl nach vulkanischem Aufbau und Gesteinen, wie nach seiner diluvialen und rezenten Vergletscherung. Es besuchten ihn JOHNSTON, LENT, H. MEYER, JÄGER und KLUTE. Erst später ist der Kenia erforscht worden, und in jüngster Zeit der dritte große Vulkan Ostafrikas, der Elgon, durch ÖDMAN. Es ist sicher, daß diese riesigen Vulkanberge vor Beginn des regenreichen Diluviums fertig dastanden. BURTON und SPEKE erreichten (1858) den Tanganjikasee. BURTON erkannte aus der tiefen Senke die Besonderheit seines Werdens, wenn er - im Gegensatz zu dem flachen Becken des Viktoriasees - sagt: ,The general formation suggests, as in the case of the Dead Sea, the idea of a volcano of depression." ...