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Inoceramen von Madagaskar und ihre Bedeutung für die Kreide-Stratigraphie, Beiträge zur Kenntnis der Inoceramen XII

HEINZ, RUDOLF

Kurzfassung

Aus der madegassischen Kreide war bisher nur sehr wenig über Inoceramen bekannt. Im Vorhergehenden ist die erste nähere Darstellung gegeben worden, und zwarauf Grund neuerlich gesammelten Materials. Die 52 untersuchten Exemplare verteilen sich auf folgende 18 Arten: * Actinoceramus (Taenioceramus) concentricus PARK * Cricoceramus pictus SOW. * Inaequiceramus inaequivalvis ScHLÜT. * Striatoceramus hoepeni n. g. n. sp. Striatoceramus kossmati HEINZ. * Gnesioceramus comancheanus CRAG. * Smodingoceramus virgatus SCHLÜT. *Mytiloides labiatus SCHLOTH. Mytiloides jacobi n. sp. * Mytiloides africanus HEINZ. * Tethyoceramus (Proteoceramus) ernsti HEINZ * Germanoceramus germanicus HEINZ *Haenleinia (Besairieia) besairiei HEINZ n. subg * Stenoceramus madagascariensis HEINZ *Selenoceramus (Cataceramus) aff. balticus BÖHM *Endocostea aff. typica WHITF * Cymatoceramus cf. koeneni MÜLL * Volviceramus cf. involutus SOW Von diesen sind die mit * bezeichneten 15 auch in Europa vebeitet und greifen z. T. auch noch auf andere Gebeite über. Von Madagaskar wurden folgende neuen Arten baschrieben: Mytiloides jacobi. * Mytiloides africanus. Striatoceramus hoepeni * Striatoceramus kossmati. *Stenoceramus madagascariensis *Haenleinia (Besairieia) besairiei Die mit * bezeichneten sind bereits in der Schrift von H. BEAIRIE (1930) auf Grund meiner Bestimmungsangaben angefürt. In diesenm Zusammen hange wurden von anderwärts folgende neue Formen zuerst benannt (andere siehe im Nachtag!): Volviceramus epigonus n. sp. Boehmiceramus boehmi n. sp Der Name Boehmiceramus ist zuerst in der Arbeit von H. BESAIRE nacht meinen Angaben erwähnt. Zu diesen überraschend weitgehenden paläontologischen Übereinstimmungen tritt eine ebenso auffalllende statigraphische Analogie. Diese drückt sich darin aus, daß die Inoceramen in Madagaskar denselben Horizont einnehmen und dieselbe Profilfolge zeigen wie in Europa. Der Gault sowie alle Stufen der Oberkreide sind vertreten. Darüber hinaus sind auch noch viele Unterstufen charakterisiert wie S. 255 übersichtlich dargestellt ist. Ferneres Aufsammeln läßt eine Vervollständigung dieses Bildes erwarten, so daß Madagaskar vielleicht als Normalprofil der südhemisphärischen Kreide dem von Lüneburg gegenübergestellt werden kann.