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Zur stratigraphischen Einteilung des Zechsteins

FULDA, ERNST

Kurzfassung

Nachdem die durch den Kalibergbau geschaffenen Aufschlüsse den Reiz der Neuheit verloren hatten, blieb die Stratigraphie der Zechsteinsalzgebiete ein Arbeitsgebiet, das über den Kreis weniger Spezialisten hinaus kein allgemeines Interesse mehr fand. Dies scheint jetzt anders zu werden, seitdem die neuerdings entdeckte Erdöllagerstätte von Volkenroda sich allgemeiner Beachtung erfreut und die Zechsteinfragen wieder in den Vordergrund der wissenschaftlichen Forschung gerückt hat. Die neue Epoche hat mit einer Meinungsverschiedenheit begonnen, die von älteren Arbeiten ausgeht und auch an die Aufschlüsse von Volkenroda anknüpft. Deshalb möchte ich zunächst meine Auffassung noch einmal in der beigefügten Tabelle zusammenfassen. Der Streit dreht sich zunächst um den ,Eisenacher Anhydritdolomit". Er wurde in mehreren Tiefbohrungen als Mischgestein aufgefunden und auf den Blättern Eisenach und Wutha der geologischen Karte von Preußen als Rauchwacke (zm) kartiert, weil der Anhydritgehalt an der Erdoberfläche infolge von Auslaugung fehlt. Im Werrakaligebiet kommt in demselben stratigraphischen Horizont ein reines Anhydritlager vor. In der Eisenacher Gegend liegt im Auslaugungsgebiet die Rauchwacke mit ihrer Unterlage, den aus Salzton hervorgegangenen Letten (zm |), unmittelbar auf Dolomit oder Blasenschiefer, dem Äquivalent des Anhydritknotenschiefers. Der Hauptdolomit, der bereits in der Gegend von Iba auskeilt, fehlt. Die Rauchwacke (hier gleich Eisenacher Dolomit) wurde als Hauptdolomit angesprochen, der petrographisch sehr ähnlich ausgebildet sein kann. Von dieser Auffassung aus wurde dann das mächtige Steinsalzlager der Gegend von Weimar und die Ältere Salzfolge des Werrakaligebietes dem Mittleren Zechstein zugewiesen, in dem sonst nur das ganz unbedeutende Älteste Steinsalz vorkommt. Für die Auffassung des Eisenacher Anhydritdolomits als selbständiges Schichtenglied des Oberen Zechsteins sprechen folgende Gesichtspunkte: 1. Der Hauptdolomit enthält eine Fauna, die auch in Bohrungen gewöhnlich angetroffen wird. Der Eisenacher Dolomit hat sich bisher bei der Kartierung und bei der Untersuchung von Bohrkernen als versteinerungsleer erwiesen. 2. Der Eisenacher Dolomit wird immer an seinem Liegenden von Letten (Salzton) begleitet, der Hauptdolomit dagegen nie. 3. Das Auskeilen des Hauptdolomits in der Gegend von Iba im Riechelsdorfer Gebirge ist durch die Kartierung nachgewiesen. ...