Original paper

Die Tektonik des Steinkohlenbeckens im Saar-Nahe-Gebiet und die Entstehungsweise der Saar-Saale-Senke

Scholtz, Hermann

Kurzfassung

A. Einleitung: Das Saar-Nahe-Gebiet ist der südwestliche Teil einer größeren, SW-NO streichenden, schmalen Depressionszone der Saar-Saale-Senke. Dieses Senkungsgebiet stellt keinen Sonderfall dar im Rahmen des variskischen Gebirges, sondern ist selbst nur ein Glied aus einer ganzen Kette ähnlich gebauter, teils größerer, teils kleinerer Depressionszonen, die der Saar-Saale-Senke mehr oder weniger parallel laufen (vgl. die Karte i. BORN 1921 sowie STILLE 1928). Gemeinsam ist ihnen allen wenigstens in großen Zügen die zeitliche Anlage, die an den Ausgang der Hauptfaltung des variskischen Gebirges fällt. Unterschiedlich dagegen ist ihre Lage zum variskischen Gebirgskörper. Man unterscheidet im allgemeinen Innensenken und Außensenken. Die Außensenken können, je nach ihrer Stellung zum inneren Bau des zugehörigen Gebirgsstreifens, Vortiefen oder Rücktiefen sein. Die Innensenken liegen, wie ihr Name sagt, innerhalb des betreffenden Faltengebirges. Doch besteht keine Einheitlichkeit in der Definition, was einmal an der mangelnden Kenntnis der Bewegungsvorgänge innerhalb eines Gebirges liegt, zum anderen auf die Vielfältigkeit der Erscheinungen zurückzuführen ist. Zur Unterscheidung von Innensenken und Außensenken wird im allgemeinen die Entwicklungsgeschichte herangezogen. Als charakteristisch für die Innensenken werden folgende Merkmale angegeben: 1. Es fehlen marine Sedimente, daher die BoRN'sche Bezeichnung ,kontinentale Geosynklinalen". 2. Das Rotliegende beteiligt sich in ausgedehntem Maße am Aufbau, und zwar 3. unter starker vulkanischer Mitwirkung; 4. fehlen orogenetische Bewegungen ganz oder sind nur untergeordnet vorhanden, so daß die ganze Senke als mehr oder weniger epirogenetische Bildung angesehen wird. Im Gegensatz hierzu sind bei den Außensenken 1. marine Sedimente am Aufbau beteiligt, 2. fehlt das Rotliegende und mit ihm 3. jeglicher Vulkanismus; 4. zeichnen sie sich durch starke orogenetische Bewegungen aus. Diese äußern sich in einer intensiven Faltung, die örtlich bis zu flachen deckenartigen Überschiebungen gesteigert sein kann. ....