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Oolithische Gesteine im Mittleren Buntsandstein von Helgoland

HAACK, WILHELM

Kurzfassung

Besonders nachdem E. NAUMANN auf Helgoland das Vorkommen von Avicula murchisoni nachgewiesen hat (E. NAUMANN, 1925), kann es als erwiesen gelten, daß die roten Gesteine des Oberlandes, also sowohl das ,untere" als auch das ,obere System" dem Mittleren Buntsandstein angehören. Daß wenigstens dem unteren System dieses Alter zukäme, konnte schon vorher kaum zweifelhaft sein. Das obere galt zunächst noch als Röt. Wie es der Lage der Insel ganz im Norden des Verbreitungsgebietes des Buntsandsteins entspricht, ist die Entwicklung im großen und ganzen die der ,niedersächsisch-ostelbischen Fazies". Dementsprechend treten grobe Sandsteine stark zurück, toniga Gesteine sehr in den Vordergrund, ist ein großer Teil der Gesteine kalkhaltig und fehlt der südhannöversche Bausandstein. Um so auffallender war es, daß bisher oolithische Gesteine, sei es in Gestalt von Rogensteinen, sei es wenigstens in Gestalt von oolithischen Sandsteinen von Helgoland nicht bekannt geworden waren, denn solche fehlen der genannten Fazies sonst nirgends - wobei die Rogensteine mehr im Osten auftreten -, und ich kenne sie von Osnabrück im Westen bis nach Schubin bei Bromberg im Osten. Nachdem ich sie bei einem allerdings recht kurzen Besuch der Insel im Jahre 1925 nicht gefunden hatte, begegneten sie mir jetzt aber bei Durchsicht der in der Sammlung der Preußischen Geologischen Landesanstalt aufbewahrten Handstücke, und zwar zunächst in dem als ,Katersand" bekannten hellen kalkhaltigen, meist mittelkörnigen lockeren Sandstein des unteren Systems. In ihm bemerkt man nämlich zerstreute rötliche, meist 1/4-1/2 mm große Körnchen, die wegen ihrer Farbe bislang offenbar mit Feldspat verwechselt worden sind. Bei genauem Zusehen mit scharfer Lupe sieht man jedoch, daß diese Körnchen im Gegensatz zu dem ja gewöhnlich nicht vollkommen abgerundetem Feldspat durchweg sehr schöne Kugelgestalt besitzen; bei manchen glaubt man sogar abblätterndes schaliges Gefüge feststellen zu können. Behandelt man die leicht gewinnbaren Kügelchen mit verdünnter Salzsäure, dann lösen sie sich unter lebhaftem Brausen schnell völlig auf. Es sind also ganz offensichtlich Rogrenkörner. ...