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Sedimentations- und Faunenfolge im Unter- und Mitteldevon des Rheinischen Schiefergebirges

FUCHS, ALEXANDER

Kurzfassung

Die Sedimentations- und Faunenfolge umfaßt zwei Richtungen: ein räumliches Nebeneinander und ein zeitliches Nacheinander. Beides zusammen vermittelt den Begriff des Fazieswechsels in horizontaler und vertikaler Richtung. Auf Grund dieser Betrachtungsweise erkannte J. GOSSELET im Unter- und Mitteldevon der Ardennen die Abhängigkeit der Faziesentwicklung von der räumlichen Lage im Norden oder Süden und brachte sie bereits 1880 auf eine ebenso einfache wie klare Formel unter der Bezeichnung faciès septentrional und faciès méridional. Aus meiner stratigraphischen Deutung der Versefauna und der Bunten Ebbeschichten vom Jahre 1921 geht hervor, daß der große Gegensatz zwischen Nord- und Südfazies auch im deutschen Teile des Rheinischen Schiefergebirges vorhanden ist. Die Faziesverschiedenheit kommt auch hier ganz allgemein in der Weise zum Ausdruck, daß im Norden die lateritischen Abschlämmassen, also die primär roten und grünen Schiefer, ferner die konglomeratischen, grobsandigen und Landpflanzen führenden Gesteine herrschen, im Süden dagegen die feinkörnigen tonigsandigen und mergelig kalkigen Ablagerungen mit rein mariner Fauna. Die Karte Tafel 38 zeigt die Verbreitung der Rotschiefer und Konglomerate in den verschiedenen Stufen des Unter- und Mittelaevons und läßt erkennen, daß nur die untere Gedinnefauna und die rotvioletten Schiefer der oberen Gedinneschichten (schistes bigarres d'Oignies) eine allgemeine Verbreitung im rheinischen Unterdevon vom Taunus und Hunsruck im Süden bis zum Hohen Venn und zum Ebbegebirge im Norden besitzen, während später die roten lateritischen Abschlämmassen, die kongiomeratischen Gesteine und die Landpflanzenreste ausnahmslos im Norden des Rheinischen Schiefergebirges vom Nordkontinente her in die verschiedensten Stufen des Unter- und des Mitteldevons von den Siegener Schichten aufwärts, bis ins obere Mitteldevon eingeschwemmt wurden. Als Sügrenze für die Nordfazies wurde die südliche Hauptgrenze der Landpflanzenverbreitung im Unterdevon gewählt (Verlauf: Gemünd an der luxemburgischen Grenze, W Daun und Adenau, Bad Godesberg, SO Siegburg, SO Waldbröl - Wenden - Hilchenbach bis etwa Wingeshausen); sie liegt dicht SO der Rotschieferverbreitung im Unterdevon; nur ausnahmsweise und ganz vereinzelt sind durch die Strömung Landpflanzen noch weiter nach Süden verfrachtet worden. ...