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Gerolle des Sauerlandes am Nordfuße des Haarstranges (Westfalen)

LOTZE, FRANZ

Kurzfassung

Am Nordfuße des Haarstranges, der die Westfälische Kreidebucht nach Süden begrenzt, finden sich in der Werler Gegend (Kreis Soest) wie auch sonst vielerorts vor kleinen, von dem Höhenzug herabkommenden Trockentälern z. T. recht mächtige Aufschüttungen von Plänerschottern. Sie werden von einer dünnen Geschiebemergelschicht und darüber von stellenweise ziemlich dickem Lößlehm bedeckt; sie sind also älter als das Glazial dieser Gebiete. Auch BÄRTLING sieht sie als alteiszeitlich an und faßt sie als Schuttkegelbildungen am Südrande des großen, den Haarstrang auf der Nordseite begleitenden alten Hellwegtales auf. Von Interesse ist nun, daß unter den meist plattigen Plänergeröllen bei Werl (hier z. B. in der Kiesgrube bei der Stiftung Westuffeln, östlich der Landstraße nach Wickede), von FR. LOTZE sen. zuerst beachtet, sich vereinzelt auch kleinere, gut gerundete Milchquarz- und Kieselschiefergerölle, also paläozoische Gesteine aus dem Sauerlande, finden. Die Plänerschotter sind nach ihren Schüttungsformen offensichtlich von Süden, vom Haarstrang, gekommen; wie aber ist das Material des Saueriandes hierher gelangt? Bei den heutigen hydrologischen Verhältnissen wäre eine Verfrachtung von Gerollen aus dem Sauerlande an diese Stellen nicht möglich (vgl. Abb. 1). Seine Berge sind vom Haarstrang durch das weite Ruhrtal und mehr im Osten durch das Möhnetal geschieden, und das Paläozoikum tritt nur bis in die tieferen Abschnitte des Südhanges des im übrigen aus Kreide aufgebauten Haarstranges ein, hat also nirgendwo Gefälle nach Norden. Nicht anders war aber auch die Sachlage zur Zeit, als sich die Plänerschotter ablagerten. Die Gerolle können nur von einer sekundären Lagerstätte stammen, und da die Kreide selbst nicht in Betracht kommt, nur von alten Schotterablagerungen, die sich früher auf der Höhe der Haar, oberhalb von Werl, befunden haben müssen. ...