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Meteor-Krater (Arizona) - Salzpfanne (Transvaal) - Steinheimer Becken

ROHLEDER, HERBERT P. T.

Kurzfassung

In letzter Zeit hat sich in Amerika und England das Augenmerk von Geologen und Geographen auf Einschlagstellen von Meteoriten gerichtet. Ursprünglich vom Meteorkrater in Arizona ausgehend, dessen wahre Natur erst kürzlich bewiesen wurde, hat man derartige Kratere in den verschiedensten Größen in Amerika, Australien, Arabien, im Baltikum, an der Goldküste, in Sibirien, also in allen Erdteilen nachgewiesen. Problematische, schüsseiförmige Vertiefungen in unserer Erdrinde bekommen von diesem Gesichtspunkt aus ein neues Interesse. Und da erscheint es zunächst berechtigt, die ,Kryptovulkanischen" Erscheinungen einer Revision zu unterziehen, jene Erscheinungen, deren vulkanische Natur sich bisher niemals beweisen, sondern nur konstruieren ließ. So sollen heute, nach kurzer Bezugnahme auf den Meteorkrater selbst, die Salzpfanne im Transvaal, nördlich von Pretoria, und das Steinheimer Becken in Süddeutschland behandelt werden. I. Der Meteorkrater, unweit von Phönix in Arizona, ist eine kreisförmige Vertiefung von etwa 1 1/4 km Durchmesser und 150 m Tiefe, umgeben von einer etwa 40 m hohen Umwallung. Die triassischen und permokarbonischen Sandsteine und Kalke dieses Gebietes finden sich auf dem Boden und in näherer Umgebung des Kraters, zumeist als wurzellose Trümmerstücke mit einem Maximum von über 7000 Tonnen Gewicht und 3/4 km Entfernung vom Kraterrand. Auch das anstehende Gestein am Kraterrande ist zerrüttet und vergriest. Die ursprünglich horizontalen Sedimente sind aufgerichtet worden und fallen radial vom Kraterzentrum nach allen Himmelsrichtungen ein. Mit den regionalen Gesteinsbrocken vergesellschaftet finden sich unzählige Bruchstücke von meteorischem Eisen. Das mechanisch zertrümmerte Gesteinspulver ist zum Teil durch Hitzewirkungen angeschmolzen worden, wenn auch nicht so vollkommen wie die meteor-kontaktmetamorphen Schlacken ursprünglichen Wüstensandes, die in Arabien gefunden wurden und heute im Natural History Museum in South Kensington ausgestellt sind. Auf diesen Funden und auch auf Legenden der dort ansässigen Indianerstämme fußend, war bereits 1895 GROVE KARL GILBERT zum Glauben gelangt, daß diese gewaltige Narbe als Einschlagstelle eines großen Meteoriten oder eines Meteoritenschwarmes zu deuten sei. Diese Annahme wurde erst kürzlich bewiesen, und zwar durch den Fund des Meteoritenkörpers in 230 m Tiefe, unterhalb des südlichen Kraterrandes. ...