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Apparate und Methoden der elektrischen Wassersuche

EBERT, A.

Kurzfassung

Für die praktische Feststellung von Untergrundwasser mit elektrischen Methoden ist die Kenntnis des geologischen Baues des Untergrundes aus verschiedenen Gründen notwendig. Vorher muß bekannt sein. ob das Wasser als Grundwasser oder als Kluftwasser auftritt. Die geophysikalischen Untersuchungsmethoden sind für die einzelnen Fälle verschieden. Welcher Fall vorliegt, oder ob beide kombiniert auftreten, läßt sich im allgemeinen ohne Schwierigkeit vorher entscheiden. In Gebieten mit vorwiegend Kluft- und Spaltenwasser, also in Gebieten, in denen das Wasser einen mehr oder weniger linearen Verlauf in der Horizontalprojektion nimmt, handelt es sich um die Festlegung der Spalten- und Zerrüttungszonen des Gebirges. Sobald diese von jüngeren Ablagerungen (wie zum Beispiel Gehängeschutt, Lehm) überdeckt sind, muß an Stelle der geologischen Untersuchung die geophysikalische treten. Bei einer geringmächtigen Überdeckung arbeitet die radioaktive Methode am sichersten und am schnellsten. Das Verfahren beruht auf einer Messung der radioaktiven Strahlung eines Radiumzerfallsproduktes, der Emanation, die in den Spalten und Verwerfungen besonders angereichert ist. Senkrecht zum voraussichtlichen Verlauf der Störungslinien werden Profile gelegt, und auf ihnen wird in kurzen Abständen (4-15 m) gemessen. Da die Emanation als Gas allen atmosphärischen Einflüssen unterliegt, lassen sich sichere Messungen nach BREYER nur in Bohrlöchern von etwa 1 m Tiefe ausführen. Die Apparatur (Elektrometer) ist sehr einfach und bei nicht zu schwerem Boden geht die Arbeit sehr schnell vonstatten. Die Meßabstände richten sich nach der Mächtigkeit und nach der petrographischen Beschaffenheit (Durchlässigkeit) der Bedeckung. Wie ein Profil mit radioaktiv festgestellter Verwerfung aussieht, zeigt Abb. 1. Der Untergrund ist hierbei Wealden-Sandstein mit einer 2 m mächtigen Lößbedeckung. Unter günstigen Umständen ist eine Mächtigkeit der Deckschicht von etwa 30 m die Grenze, um genügend große Meßdifferenzen zu erhalten. Für tiefer liegende Kluftzonen eignen sich die elektrischen Methoden besser. Die Messungsergebnisse sagen direkt nichts über die Wasserführung aus. Ob die Spalten wasserführend sein können, läßt sich nur aus geologischen Erwägungen folgern, gleichfalls der Ort der Wasserentnahme. ...