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Trinkwassergewinnung (insbesondere durch Stollen) im südöstlichen Rheinischen Schieiergebirge (Taunus)

MICHELS, FRANZ

Kurzfassung

I. Niederschlagsmengen: Im westl. Vorgelände des Taunus (Rheingau) betragen die jährlichen Niederschlage zwischen 400 und 550 mm, im östl. (Gegend um Frankfurt a. M.) etwa 550 mm. Der Taunus selbst weist im Mittel nördlich von Wiesbaden (mittlere Höhenlage des Taunus) 685 mm auf. Schwankungen in den einzelnen Jahren sind oft beträchtlich; so fielen im Jahre 1921 dort nur 300 mm, 1922 dagegen 890 mm. Im Hochtaunus (Gebiet des Großen Feldbergs) erreichen die Niederschläge ein Jahresmittel von etwa 900 mm. II. Kurzer geologischer Überblick: Der Taunus bildet den südöstlichsten Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Er steigt ziemlich steil aus dem von tertiären und diluvialen Schichten gebildeten Mainzer Becken auf. Von SO nach NW durchwandert man vordevonische Schichten, die größtenteils aus Phylliten (metamorphen Schiefern), sodann aus verschiedenen umgewandelten Eruptivgesteinen, z. B. Serizitgneisen (metamorphen Quarzkeratorpnyren) und Grünschiefem (metamorphen Keratophyren) zusammengesetzt sind. Sie werden überlagert von Schichten des Gedinne (tiefes Unterdevon): zu unterst liegen bunte Schiefer, darüber Hermeskeilsandsteine. Auf diese folgen Vertreter der Siegener Stufe: Taunusquarzite und der untere Teil der Hunsrückschiefer. Die harten Taunusquarzite bilden den Kamm des Gebirges. Ziemlich bald schließen sich nach Norden Schichten des jüngeren Unterdevons an: Obere Hunsrückschiefer und Koblenzschichten (Schiefer, Grauwackenschiefer). Von jüngeren Schichten sind lediglich im östlichsten Teil des Gebirges am Südrand einige kleine, tief eingebrochene Mulden von mitteldevonischem Massenkalk bei Köppern und Bad Nauheim zu nennen. Die Tagesoberfläche wird stellenweise von diluvialen Deckschichten. (Verwitterungslehmen, Gehängeschutt, oft sehr mächtigem Quarzitschutt und ganz vereinzelten Schotterflächen) verhüllt. Die devonischen Schichten sind sehr steil gefaltet und intensiv geschiefert. Die vordevonischen Schichten fallen überwiegend nach NW ein. Im unteren und mittleren Unterdevon läßt sich eine starke Spezialfaltung erkennen. Die harten Taunusquarzite liegen muldenförmig in steil gestellten, bunten Schiefern und Hermeskeilsandsteinen. Im mittleren Taunus fallen vor allen Dingen zwei geologische Mulden von Taunusquarzit ins Auge; sie bilden morphologisch den Doppelkamm des mittleren Taunus. ...