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Die Entwicklung einer Charakteristik für die drei Bad-Nauheimer Sprudel zur Feststellung von Vorgängen am Quellort

BERCK, EUGEN

Kurzfassung

Die Bad-Nauheimer Sprudel stehen unter ständiger Überwachung. U. a. werden täglich Soleproben an den Steigrohren entnommen zur Feststellung der Temperatur und des Salzgehaltes, ausgedrückt in Gramm Chlorionen im Liter. Sämtliche Betriebsdaten vom Jahre 1932 wurden tabellarisch geordnet und graphisch aufgetragen (Abb. 13). Die graphische Darstellung zeigt deutlich die Veränderungen in Salzgehalt und Temperatur. Das Maximum trat kurz nach dem Anstellen der beiden Sprudel VII und XIV auf. Die Kurven zeigen weiter, daß mit fortschreitender Sommerkurzeit ein Rückgang in der Konzentration eintritt und von Mitte Mai bis über Oktober hinaus ein gewisser Beharrungszustand beobachtet werden kann. Der Grund ist darin zu suchen, daß die Bäderabgabe und damit die Sole-Entnahme ziemlich gleichmäßig, ohne zu starke Beanspruchung, verlaufen ist. Für die vorliegenden Untersuchungen ist dies ein günstiger Umstand, weil die Grundlagen für Berechnungen nur bei einem gleichmäßigen Zustand über eine längere Zeitspanne geschaffen werden können. Es wurden deshalb nur die Temperaturen und Chlorionengehalt von Mitte Mai bis Ende Oktober ausgewertet und aus diesen Betriebsdaten die Mittelwerte berechnet. Die Berechnung ergab: für Sprudel VII: 29,9810º C und 14,6654 g Chlorionen/Liter. für Sprudel XII: 33,1274º C und 19,5620 g Chlorionen/Liter. für Sprudel XIV: 31,2572º C und 16,6524 g Chlorionen/Liter. Die Kurven zeigen eine Analogie zwischen Temperatur und Chlorionengehalt, und da die drei Sprudel einem zusammenhängenden Quellort entstammen, werden Temperatur und Salzgehalt einer bestimmten Kegel folgen. Diese Regel wird den normalen Zustand darstellen und Abweichungen können unter Zuhilfenahme der Regel geklärt werden. Der Sprudel XII hat die höchste Temperatur und auch den größten Salzgehalt. Das Maximum tritt kurze Zeit nach dem Anpumpen der Sprudel VII und XIV auf. Man kann daraus schließen, daß die aus großer Tiefe emporsteigende Sole mindestens die beim Maximum festgestellte Temperatur und den ermittelten Salzgehalt haben muß. Wenn nun allmählich Temperatur und Salzgehalt zurückgehen, so wird zu der aus der Tiefe emporsteigenden Sole, welche ich als ,Ursole" bezeichnen will, kühlere und leichtere Sole oder Süßwaseer hinzutreten und diese Mischung zum Quellort gelangen. Die Ursole hat sicher einen ganz bestimmten und auf längere Zeit geichbleibenden Salzgebalt und konstante Temperatur. ...