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Die Herkunft der erdmuriatischen Kochsalzquellen der Bäder Kreuznach und Münster a. Stein und ihre Beziehungen zur Tektonik des Mainzer Beckens

WAGNER, WILHELM

Kurzfassung

Die Mineralquellen von Bad Kreuznach und Bad Münster a. Stein liefern thermale erdmuriatische Kochsalzwässer mit einem stärkeren Gehalt eines Gasgemisches, in dem Methan eine größere Rolle spielt. Sie sind radioaktiv mit einem substantiellen Gehalt von Radium im Quellsinter. Den Radiumgehalt nimmt das Wasser erst auf dem Weg aus dem Quarzporphyr auf. Die Quellen treten innerhalb von Zonen, vorwiegend im zerklüfteten und gestörten Quarzporphyr auf. Sie sind aber nicht an diesen gebunden, sondern steigen auch aus anderen sedimentären wie eruptiven rotliegenden Gesteinen zutage. Die Quellzonen bevorzugen die rheinische und antirheinische Richtung. Die Quellen schließen sich in chemischer Beziehung an die Mineralquellen des Rheintalgrabens zwischen Basel und Nierstein-Oppenheim an, die den unteroligozänen Salz- und Bitumenlagerstätten ihren Mineralgehalt verdanken. Sie weichen von den Mineralquellen, welche mit den Zechsteinsalzlagerstätten in Verbindung stehen, ab. Es ließ sich ein Weg der Wanderung der Salzwässer vom Rheintal nach dem unteren Nahetal feststellen. Dieser Weg ist an Störungszonen gebunden, und zwar an den varistisch gerichteten rotliegenden Horst Albig-Biebelnheim-Schwabsburg-Nierstein-Nackenheim, der das Mainzer Becken durchquert, und die herzynisch gerichtete Abbruchszone des Pfälzer Berglandes zum Mainzer Becken: Albig. Flonheim-Wöllstein, Hackenheim-Kreuznach.