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Bad Soden bei Salmünster und seine neue Tiefbohrung

MESTWERDT, ADOLF

Kurzfassung

Die Bebra-Frankfurter Eisenbahn folgt, sobald sie den Fliedener Tunnel südwärts verlassen hat, dem Tal der Kinzig. Der nördliche Talhang steigt zu den Basaltmassen des Vogelsberges, der südliche zu den Buntsandsteinhöhen des Spessart an. Bei Salmünster nimmt die Kinzig einen von Norden kommenden Nebenlauf, die Salz, auf, und an der Vereinigung der beiden Talauen, am Fuße des Stolzenberges mit seiner Euine Huttenburg, liegt Bad Soden mit der eingemeindeten Ortschaft Salz. Hier in Salz trat nach den ältesten Urkunden eine Solquelle hervor, die ihrer Lage nach nicht mehr genauer bekannt ist. Auch die mittelalterlichen, unmittelbar am Fuße des Stolzenberges belegenen Brunnen gerieten in Verfall und Vergessenheit. Erst vor hundert Jahren wandte man die Aufmerksamkeit von neuem den Salzquellen zu, die im Laufe der Jahrzehnte zu Trink- und Badequellen ausgebaut wurden. In den Jahren 1906/07 ist sodann der kohlensäurereiche Pazifikus-Sprudel durch eine 406,5 m tiefe Bohrung erschlossen worden. Ferner ist die Roland-Quelle zu erwähnen, die etwa 2 km talaufwärts an der Salz liegt und als Tafelgetränk verwendet worden ist. Diese Quellen, im ganzen sieben, waren vorhanden, als man vor einigen Jahren sich entschloß, eine neue Tiefbohrung niederzubringen, um durch Erschließung eines kräftigen, salz- und kohlensäurereichen Sprudels den Betrieb des Bades neuzeitlichen Anforderungen anpassen zu können. Bad Soden liegt auf Mittlerem Buntsandstein, der westlich der Salz fast söhlig lagert, östlich von ihr schwach nördlich einfällt. Die Salz folgt hier mithin einer kleinen SN-Störung. Im übrigen lassen sich Schichtenverschiebungen nur schwer nachweisen. Wenn aber die Täler in bestimmten Richtungen ziehen, nämlich außer SN auch SO-NW und SW-NO, so sind sie wohl durch ebenso streichende Schichtenzerreißungen vorgezeichnet. Mag dabei die Sprunghöhe auch unbedeutend sein, so kann auf solchen Störungen doch Wasser aus der Tiefe aufsteigen. Dies erfolgt besonders dort, wo zwei Eichtungen sich schneiden, und das ist bei Bad Soden der Fall. Hier wird das SW-NO gerichtete Kinzigtal von dem SN verlaufenden Tal der Salz abgelenkt. Die SN-Eichtung erweist sich also als die stärkere, und sie ist auch als Talfurche in gerader Linie bis Bad Orb weiter zu verfolgen. An dem Schnittpunkt jener beiden Eichtungen treten die Solquellen von Bad Soden hervor. ...