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Über Wasserkarten

STREMME, H.

Kurzfassung

Wasserkarten in ihrem weitesten Umfange sind sowohl solche mit Darstellungen der Oberflächenwässer wie solche mit Darstellungen der Grund- und Quellwässer. Die Statistik der Oberflächenwässer findet man auf den topographischen Karten mehr oder weniger eingehend angegeben. Für Grund- und Quellwässer sind zahlreiche wertvolle Einzelkarten vorhanden. Seltener jedoch sind systematische Aufnahmen von letzteren, welche etwa nach der Art der geologischen Karten ganze Länder allmählich hydrokartographisch darstellten. An Veröffentlichungen dieser Art sind dem Vortragenden nur die Karten des artesischen Wassers bekannt, welche die Kartenhefte des U S Geological Survey enthalten. Als, einer Anregung des Präsidenten KEUSCH der Preußischen Geologischen Landesanstalt folgend, der Senat der Freien Stadt Danzig 1930 den Vortragenden mit der Leitung der Geologischen Landesaufnahme der Freien Stadt beauftragte und für einige Jahre Mittel für die Kartierung zur Verfügung stellte, wurde hier ein Plan verwirklicht, welcher in manchen Punkten von der zumeist üblichen geologischen Kartierung abweicht. Die Aufnahme, welche seit 1930 von EBERHARD OSTENDORFF ausgeführt wird, geht systematisch auf geologische, bodenkundliche und hydrologische Feststellungen ein. Ihre kartographische Durchführung, deren zeichnerische Arbeiten in der Hand des Kartographen E. PAULISCH liegen, sieht eine Zerlegung in zahlreiche Einzelkarten vor, welche teils geologischer, teils bodenkundlicher, teils hydrologischer Natur sind. Sowohl in Übersichts- wie in Sonderkarten wird die Zerlegung wahrgenommen. Wir haben im Maßstabe 1:100 000 je eine geologische, bodenkundliche und hydrologische Karte hergestellt, von welchen wir die hydrologische im Maßstabe 1:200 000 von E. OSTENDORFF zeigen. Sie ist die Kombination je einer Skizze von K. EHWALT und dem Vortragenden, einer hydrochemischen Übersichtskarte 1:100 000 des Gebietes der Weichselmündung von E. SCHROEDTER mit eigenen Feststellungen E. OSTENDORFF'S. Unterschieden sind auf ihr die Wässer nach ihrer Herkunft aus den verschiedenen, geologischen Formationen, welche hier im großen und ganzen infolge ihrer besonderen petrographischen Beschaffenheit und ihres Zusammenhanges mit verschiedenartigen Böden den Wassern bestimmte Eigenschaften erteilen und ihre praktische Verwendbarkeit grundlegend beeinflussen. ...