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Schrägschichtungsbögen und zapfenförmige Fließwülste im ,Flagstone" von Pretoria und ähnliche Vorkommnisse im Quarzit von Kuibis, SWA., dem Schilfsandstein von Maulbronn u. a.

Gürich, G.

Kurzfassung

Als ich im Juni 1929 mit R. HEINZ im Kuibis-Quarzit SWA. nach den Rangea-artigen Fossilien suchte und wir tagelang die dortigen Steinmeere der Namib durchstreiften, fanden wir zwar nur wenige Fossilien, aber desto mehr eigenartige, auf mechanischem Wege entstandene Bildungen auf den Schichtflächen. In dieser Mitteilung soll nur ein besonders auffälliges Vorkommen erwähnt werden, das ich kurz darauf in ganz ähnlicher Ausbildung in Pretoria auf dem Plattenbelag der Bürgersteige usw. sehr häufig sah. Die als 1. ,Flagstone": bezeichneten Schieferplatten sind durch die Abnutzung abgerieben, das Relief der Schichtfläche ist dadurch verlorengegangen, aber durch die Struktur bedingte Zeichnungen treten deutlich hervor. Folgende Arten von Strukturen wurden beobachtet: Abb. 1, Abb. 2: 1. Ziemlich unregelmäßig angeordnete Reihen von subparallelen Bögen bilden Längsfelder, deren Breite 15-30 cm beträgt. Diese Längsfelder sind oft durch schmale strukturlose Streifen, ,Rippen" seien sie hier genannt, voneinander getrennt, oft auch stehen die Bögen mit den Bögen des benachbarten Feldes durch rückgreifende Bogenteile in Verbindung. Der breite, nach ,vorn" gerichtete Bogenteil ist nicht selten gekräuselt. 2. Seltener, aber auffälliger sind locker parallel angeordnete, etwas schräg durchschnittene Zapfen, etwa von der Größe und Gestalt mittlerer Belemniten; zuweilen gehen die Zapfen in weniger regelmäßige Wülste über, die aber angenähert die gleiche Längsrichtung aufweisen. 3. Mitunter treten Bögen und Zapfen vereint auf in der Weise, daß die Bögen die Querrichtung und die Zapfen die Längsrichtung andeuten. 4. Zuweilen bot sich das Bild, das von diesen Elementen gebildet wurde, so, daß die Zapfen vorwiegen und die Bögen zu beiden Seiten eines Wulstes, verkürzt, dichter gedrängt und eigenartig geknickt auftreten. ...