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Spindelförmige Windschliffgeschiebe bei Dobrilugk-Kirchhain

E. Kohl

Kurzfassung

In Band 83 dieser Zeitschrift, S. 244-253, hat G. BERG spindelförmige Windschliffgeschiebe aus der Gegend südlich von Kohlfurt beschrieben. Sie kommen dort im Bereich und in der Nachbarschaft der Talsandterrasse vor und sind mehr oder minder grobe Gerolle aus den fluvioglazialen Aufschüttungen der vorletzten Eiseit, die von den über die Talsande hinweggehenden Sandstürmen nach Rückzugsbeginn der letzten Eiszeit ihre heutige Form erhalten haben. Neuerdings fiel mir bei magnetischen Messungen, die ich in der weiteren Umgebung von Dobrilugk-Kirchhain auszuführen hatte, ein Geschiebe auf, das der Form nach ein Spindelgeschiebe zu sein schien. Es hatte eine Länge von 17,5 cm und einen größten Umfang senkrecht zur Längsachse gemessen von 19,5 cm. Der Querschnitt ist der eines Fünffach-Einkanters. Von den fünf Kanten sind drei noch leidlich scharf, die anderen stark abgerundet. Das eine Ende ist wesentlich schärfer zugespitzt als das andere. Seinen größten Umfang hat das Geschiebe in einer Entfernung von 12 cm von dem spitzeren Ende. Das Geschiebe besteht aus einem mittelkörnigen Granit. Gefunden wurde es in der Waldspitze südlich von Arenzhain auf Meßtischblatt Kirchhain. Die unlängst durch E. PICARD ausgeführte geologische Aufnahme dieses Blattes gibt an der Fundstelle Hochflächensand und -kies der Saale-Eiszeit an, an den sich unweit nördlich Beckensande gleichen Alters anschließen. Soweit sich bei dem kurzen Aufenthalt erkennen ließ, scheint das ausgedehnte Gebiet jener Bildungen reich an extremen Windschliffen zu sein. Die geologische Stellung des bei Arenzhain gefundenen Spindelgeschiebes entspricht hiernach derjenigen der von BERG beschriebenen Geschiebe.