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Die quantitative Schwermineralanalyse als Methode der stratigraphischen Gliederung von Geschiebemergeln

Leinz, Viktor

Kurzfassung

Es wurde empirisch die Tatsache gefunden, daß in ein und demselben Geschiebemergel die gleiche Schwermineralassoziation über größere Strecken hin vorhanden ist, daß aber verschiedene Horizonte voneinander abweichende Schwermineralzusammensetzung besitzen. Diese Tatsache läßt sich benützen, um die sonst so schwierig zu gliedernden Geschiebemergel stratigraphisch zu horizontieren, besonders aber auch, um die zahlreichen Bohrproben und kleineren Aufschlüsse mit zur Stratigraphie verwerten zu können, was nach den bisherigen Arbeitsweisen nicht möglich war. Die Durchführung der Methode ist einfach. Eine Probe Geschiebemergel wird gesiebt (am besten mit Wasser), um eine einheitliche Korngröße von etwa 0,1-0,05 mm zu erhalten. Diese Fraktionsgröße ist zweckmäßig; denn bei gröberer Maschenweite sind manche schon ursprünglich kleine Mineralien wie Zirkon u. a. nicht mehr in ihrer wahren Menge zu gewinnen. Kleinere Korngrößen sind andererseits nur durch das langwierige Schlämmen zu erhalten. Alsdann werden die schweren Mineralien durch irgendeine schwere Lösung, D = 2,9, im Scheidetrichter oder mit der Zentrifuge abgetrennt und unter dem Mikroskop ausgezählt. Es genügen im allgemeinen etwa 600 Körner, um eine Konstanz der Mineralien in der Probe zu erhalten. Bei größeren Aufschlüssen wird man natürlich mehrere Proben untersuchen, um sicher zu gehen, daß die Mineralgesellschaft die gleiche geblieben ist. Als Beispiel für die Brauchbarkeit der Methode seien die kurz zusammengefaßten Ergebnisse zahlreicher Untersuchungen angeführt, über die z. T. schon berichtet wurde. Diese Zusammenstellung zeigt, daß ein jüngerer Geschiebemergel im nördlichen Mecklenburg gekennzeichnet ist durch eine Assoziation von Disthen und Staurolith, während ein älterer Mergel statt dessen Olivin und Titanaugit führt. Sie beweist aber auch, daß es möglich ist, Bohrproben nach der angegebenen Art zu untersuchen, während sie nach den bisherigen Methoden, die als Kontrolle herangezogen wurden, hätten unberücksichtigt bleiben müssen.