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Sedimentpetrographie und Geologie

Müller, Heinrich

Kurzfassung

Die Sedimentpetrographie, ein Verbindungsglied zwischen Geologie und Mineralogie, ist in neuester Zeit von verschiedensten Seiten in Angriff genommen worden, z. B. von EDELMAN, LEINZ, MÜLLER, SCHMIDT, SIMON, WETZEL, WEYL U. a. In Anlehnung an die Methoden der reinen Petrographie erstrebt sie zuerst eine genauere Unterscheidung und stratigraphische Einordnung fossilarmer oder -freier, kieselig-sandigtoniger Sedimente. Zu ihren Bestimmungen trennt sie mit dem HARADAY'schen Trichter oder der Zentrifuge i. a. Korngrößen von 20-200 oder 250 µ nach dem spez. Gew. (über 2,90-3,00) und stellt entweder die Mineralkombination der Schwerefraktion zusammen oder setzt die durchsichtigen Mineralien in Beziehung zu den undurchsichtigen (SIMON). Daß diese sedimentpetrographischen Untersuchungen allein schon mit Berücksichtigung der Schwerefraktion gute Dienste bei der Stratigraphie der obenbezeichneten Sedimente bilden, zeigen die Untersuchungen von EDELMAN, LEINZ und SIMON. Noch weitere Möglichkeiten zur stratigraphischen Bestimmung und Einordnung dieser Sedimente ergeben sich, wie meine Untersuchungen zeigten, wenn man 1. von der Mineralkombination der Schwerefraktion auf den Charakter der Ursprungsgesteine schließt, und 2. die Mineralführung der leichten Fraktion, besonders der Feldspatfraktion berücksichtigt. 1. Die Zusammensetzung der Ursprungsgesteine (Saure Alkali- oder basische Eruptiva) beeinflußt durch die ins Meer gelangenden Lösungsprodukte den Bau der Hartteile der kieseligen oder kalkigen Mikrofauna und -flora und der Nacktfauna. Es wird dabei auf den Einfluß der lösungsarmen Schmelzwässer der Antarktisgletscher auf das Auftreten der Diatomeen und der kalkschalenfreien Flügelschnecken hingewiesen. Infolgedessen wird der Detritus dieser Gesteine mit seinen charakteristischen Mineralien mit und zum größten Teil nach der Sedimentation dieser Organismenreste zur Ablagerung kommen. 2. Die Untersuchung der leichten, besonders der Feldspatfraktion zeigte den Zusammenhang gesetzmäßiger Schwankungen des Feldspatgehaltes und der Mineralkombination der Schwerefraktion und ließ in erstaunlichem Maße völlig frischen Orthoklas und Mikroklin im miozänen Glimmerton, Wealdensediment und Verfestigten Doggersandstein erkennen, vielleicht bedingt durch den Bitumen- bzw. Erdölgehalt der Gesteine. ....