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Der glaziale Untergrund der heutigen Sedimente im Bornholmer Becken

Pratje, Otto

Kurzfassung

Die Schwierigkeiten der Untersuchungen am Meeresboden brachten es mit sich, daß wir nicht beliebig große Proben gewinnen, nicht beliebig tief in den Boden hineinkommen, auch kein beliebig dichtes Netz an Stationen legen konnten. Dennoch haben die Frühjahrsuntersuchungen gezeigt, daß wir uns unter günstigen Verhältnissen wie in der Bornholmer Mulde bei der Geologie des Meeresbodens nicht nur auf die jüngsten Ablagerungen beschränken müssen. Am West- und Ostabhang der Bornholmer Mulde kommen bis zu fast 80 m Wassertiefe Tone unter den rezenten Ablagerungen vor, die als diluvial angesehen werden, dafür spricht der viel höhere Kalkgehalt, die geringe Oxydierbarkeit, das Fehlen von organischen Resten und schließlich die Körnung, die auf Beckentone und Geschiebemergel hinweist. Durch submarine Torfe und Kiefernstubben wird das Untertauchen dieser Gebiete auf die Zeit kurz vor dem Ancylusmaximum festgelegt. Noch tiefer kommen wir durch Geschiebezählungen. So spricht die Geschiebezusammensetzung auf der Mittelbank für eine kambrische Sandsteintafel als Untergrund, die in der südlichen Hoborgbank ihre Fortsetzung finden dürfte, während auf der Stolpe-Bank unter dem Diluvium Kreide und Tertiär vorhanden zu sein scheint.