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Die ,Porphyrit"kuppe ,Hühnerstein" bei Möhrenbach in Thüringen (Mit einem chemischen Anhang von J. H. HELLMERS)

Fischer, Georg

Kurzfassung

Bei der Neuaufnahme von Blatt Ilmenau durch Herrn DEUBEL wurden eine Reihe wertvoller neuer Beobachtungen über den Vulkanismus in den Gehrener Schichten des Unterrotliegenden gemacht. Während bisher aus diesem Gebiet nur deckenförmige Lavaergüsse bekannt waren, wies DEUBEL auch pfropfenartige Intrusionen und schlotartige Durchbrüche im Ostteil des Blattes nach. Eine isolierte ,Porphyrit"kuppe bei Möhrenbach südlich Gehren (Abb. 1) bot durch ihre geringen Abmessungen (etwa 13x10 m) die Möglichkeit, den Verband des Eruptivgesteins mit seiner Sedimenthülle aufzuschürfen. Im Einvernehmen mit Herrn DEUBEL wurde ich mit der Durchführung dieser Arbeiten beauftragt und fasse daher hier die Ergebnisse kurz zusammen. Während die Kuppe über Tage einen annähernd kreisförmigen Grundriß zu besitzen schien, wurde durch den Schurf eine starke Streckung des Eruptivstockes in der NNO-Richtung nachgewiesen, wie es die Abb. 2 zeigt. Die Hauptdurchmesser betragen 30 und 12 m. An der NO-Spitze und der SO-Seite ist es nicht gelungen, den wahren Kontakt gegen das Nebengestein freizulegen, da hier die Schuttdecke zu mächtig war. Dagegen wurde an der NW-Seite die Grenzzone bloßgelegt. Das Nebengestein (tufffige Sandsteine und Arkosen, Schiefertone und Tuffe der Gehrener Schichten) erscheint am Kontakt emporgeschleppt. Etwa 5-10 cm weit ist die Wirkung exogener Kontaktmetamorphose im Handstuck und im Schliff in das Nebengestein nachweisbar. (Frittung des Bindemittels der Sandsteine und Schmelzung der tonigen Gesteine zu einem schlierten dunklen Glas.) Für die - durch einen Schuttmantel verhüllte - SO-Grenze des Stockes ist wahrscheinlich dasselbe Verhältnis anzunehmen. Dafür spricht die Gleichartigkeit des Verlaufes, sowie auch eine säulenförmige Absonderung, deren Stengel mit 5º gegen den Kern des Stockes einfallen. Die Abkühlungsfläche steht auch hier sehr steil. Einen anderen Charakter besitzen dagegen die nach NO bzw. SW gerichteten kurzen Grenzstücke, die die lange Achse des Eruptivkörpers abschneiden. Hier hat der Schurf im Norden zunächst noch kompakte ,Porphyrit"-Felsen gefaßt, die von zahlreichen herzynisch streichenden und 75º SW fallenden Klüften durchsetzt sind, unmittelbar daneben befindet sich tiefgründig zersetztes Nebengestein, ohne Spuren primären Kontaktes. ...