Original paper

Zur Tektonik und Beckenbildung im nordwestlichen Eichsfeld (zugleich eine Erwiderung auf die Bemerkungen des Herrn GRUPE)

Sobotha, Ernst

Kurzfassung

Die beigefügte Karte gibt in größerem Maßstabe den Zusammenhang von Beckenbildungen und Tektonik. Außer Störungszonen sind auch die wichtigsten Sättel (vereinfacht) eingetragen, die verzeichneten Aufwölbungen 2. Ordnung (zur ersten Ordnung würde z. B. die Thüringer Mulde gehören) sind wiederum von Falten 3. Ordnung durchzogen, die im Steinsalz bei Reyershausen nachgewiesenen Kulissenfalten dürften einer noch kurzwelligeren 4. Ordnung angehören. Zwei Faltenrichtungen, die rheinische und herzynische, kreuzen sich, hierdurch wird das klare Erkennen der Hauptsattelachsen (2. Ordnung) und ihre kartographische Darstellung erschwert (besonders z. B. am Rusteberg). Ohne Verfolgen der. Bausandsteinzone, deren Verbreitung daher auf der Karte angegeben ist, ist eine Feststellung der Tektonik nicht möglich. Kurze Ausführungen über die auftretenden Beckenbildungen geben Gelegenheit zu einer Entgegnung an Herrn GRUPE. 1. Die Schottermächtigkeit ist vorwiegend von örtlichen Ursachen abhängig, sie darf also nicht auf Grund einzelner noch dazu weiter entfernter und dazu besonderen tektonischen Verhältnissen unterliegender Vorkommen (GRUPE nennt Harzrand und Hessische Senke) verallgemeinert werden. Auf der beiliegenden Karte des Eichsfeldes ist die Beckenbildung und das Auftreten größerer Schottervorkommen (z. B. bei Uder) gerade im SW deutlich an die durch Muschelkalkeinbrüche hier sehr ausgeprägten Störungen gebunden. Die versumpften Talwannen südlich der oberen Leine sind m. E. durch Abriegelung alter Täler infolge Hebung des nördlichen Vorlandes zu erklären. Dieselbe Erklärung möchte ich für die Entstehung der Torfbildungen unter den Kalktuffen bei Heiligenstadt annehmen. 2. Flußbildung, d. h. durchgehende Zertalung oder Beckenbildung in abgeschlossenen Senken kann nur aus der Ausbildung der einzelnen, nicht einzelner Vorkommen festgelegt werden. In der Z. deutsch. geol. Ges. 1931 habe ich Einzelbeschreibungen gegeben und die Literatur, in der sich solche befinden (z. B. BLANCKENHORN, HUMMEL, SIEGERT U. a.) genannt. Die gebleichten, also ältesten Bildungen des Eichsfeldes (bei Bilshausen, Nesselröden und Rollshausen) bestehen, soweit sie bis jetzt bekannt sind, nur aus Tonen und Sanden. ...