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Entgegnung zu der Arbeit von Herrn H. UDLUFT: Kann der Verlauf der Weser im Vereisungsgebiet während der ersten und zweiten Eiszeit verfolgt werden?

Kurtz, Edmund

Kurzfassung

Der Grund zu Einwendungen zu meiner Arbeit: Die Weser im Vereisungsgebiet während der 1. und 2. Eiszeit (diese Zeitschrift, Jg. 1927) fußt nach Herrn UDLUFT auf Untersuchungen im Diluvium längs der holländischen Grenze Westfalens und Hannovers. Es entstand die Frage, ob es möglich sei, dort in der Nähe der zusammenhängenden Rheinhauptterrasse Porphyre von Weser und Rhein mit Sicherheit auseinanderzuhalten und ob diese nicht durch Listransport auf zweiter und dritter Lagerstätte liegen. Es fand eine kritische Nachprüfung durch Begehungen und Sammlungen im größten Teil des von mir behandelten Gebietes statt, deren Ergebnis aber nach meiner Ansicht der Sache in vielen Punkten nicht völlig gerecht wird. Zunächst handelt es sich um die Möglichkeit der richtigen Unterscheidung der Porphyre von Rhein- und Wesergebiet. Denn in den Porphyren des Thüringer Waldes sehe ich die besten Leitgesteine des Wesermaterials. Für das Weserflußgebiet stand mir zur Verfügung die Sammlung in der Geologischen Landesanstalt, von der ich eine Parallelsammlung von abgetrennten kleineren Stücken der dortigen Exemplare besitze. Die Weserporphyre dieser Sammlung stammen sämtlich aus Bächen des Thüringer Waldes. Außerdem hatte ich kleinere Sammlungen aus zahlreichen Diluvialterrassen im Mittellauf der Weser gemacht und dazu kamen dann besonders am Südrande des glazialen Gebiets die vielen Sammlungen von Vlotho nach Westen bis in die Emsgegend. Abgesehen von den sonstigen Leitgesteinen des Rheinsystems waren mir die dortigen Porphyre bekannt aus der schon oben erwähnten Sammlung. Dazu kamen ähnlich wie fürs Wesergebiet sehr viele kleinere Sammlungen aus Rheinhessen, der Kölner und Niederrheinischen Bucht und dem nördlichen Holland. Vom Eibstromgebiet standen in gleicher Weise die rezenten Gerölle der Nebenflüsse aus den Gebirgen wie die Sammlungen weiter im Norden im glazialen Gebiet zur Verfügung. Endlich ist nicht zu vergessen, daß auch noch Sammlungen in nordischen Gebieten, besonders Brandenburg und Osthannover, nötig waren, um die nordischen Porphyre von den einheimischen unterscheiden zu können. Das in meiner Arbeit behandelte Gebiet zwischen Weser und Ems konnte erst nach dreimaliger Begehung und Durcharbeitung richtig gedeutet werden. ...