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Das Steinheimer Becken ein Meteor-Krater?

Schwinner, Robert

Kurzfassung

Meteor-Krater sind eine der neueren Moden in der Geologie, sie werden nunmehr überall entdeckt in den merkwürdigsten und wildesten Gregenden der Erde, in Arizona, Arabien, Transvaal und nun auch in Schwaben. Wir erfahren, daß sie auch bereits systematisch klassifiziert sind, und zwar unterscheidet man zwei Hauptgruppen: Meteorkrater mit Meteoritenmaterial und Meteorkrater ohne solches. Das Steinheimer Becken - das kann man in dem gut erforschten Schwaben wohl behaupten - gehört bestenfalls zur zweiten Gruppe. Allerdings die Wirklichkeit dieser Gruppe ist bereits stark bezweifelt worden, aber nachdem Herr ROHLEDER entschieden erklärt, dem ,nicht beipflichten zu können" (diese Z. 85. S. 467), wollen wir unsere Neigung zu gleichem Zweifel vorläufig unterdrücken, und nur einige Einzelheiten richtigstellen. 1. Wieso bezeichnet R. das Ergebnis der magnetischen Messungen einfach als negativ? Die Isanomalenkarte der Vertikalintensität zeigt in und um Steinheim nicht sehr große, aber schnell wechselnde lokale Störungen, und darübergelagert ein großes regionales Störungssystem. Letzteres ist nur auf die Variskische Struktur des Grundgebirges zu beziehen, die lokalen Störungen können mit der Beckenbildung zusammenhängen. 2. Das Ries gilt R. für vulkanisch, Steinheim ist über 30 km von ihm entfernt, ,also doch viel zu weit weg". Nach FRIEDLAENDER kommt dieser und noch bedeutendere Abstände in vielen Vulkangruppen regelmäßig vor. 3. Die Steinheimer Therme (Sprudelkalke) ,durch die Hitzeabgabe des allmählich in der Tiefe erkaltenden Meteoriten zu erklären", wäre ein Hauptschlag. Für die Temperatur des Meteoriten ist die obere Grenze dadurch gegeben, daß die bekannte Struktur des Meteoreisens über 950º C verschwindet. Andererseits zersetzt sich Kalk über 900º C, ein Meteorit, der heißer gewesen wäre, würde den Jurakalk nicht vergriest, sondern gebrannt haben, und die Therme hätte nicht Aragonit gebracht, sondern Ätzkalk, in dem die berühmten Gyraulen kaum hätten gedeihen können. Nun ist auf alle Fälle das Volumen des Meteoriten ein Bruchteil des von ihm geschlagenen Kraters, die Wärmekapazität bezogen auf gleiches Volumen ist bei Eisen etwa 9/10 der des Wassers. ...