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Arctomys primigenius KAUP von Eisleben

Heller, Florian

Kurzfassung

Vor einigen Jahren konnte ich aus dem jüngeren Löß von Nebra im Unstruttale zwei Murmeltierschädel beschreiben, welche die ersten derartigen Reste aus der weiteren Umgebung von Halle-Merseburg darstellen (HELLER 1930). Nun liegen neue Funde von Eisleben vor, die mir Herr Rektor RÜHLEMANN-Eisleben in liebenswürdiger Weise zur Bearbeitung übergab. Die Fundstelle befindet sich unmittelbar bei Eisleben in der Rüdel'schen Ziegeleigrube, woselbst das folgende interessante Profil aufgeschlossen ist. Die Profilaufnahme erfolgte durch Herrn W. LAATSCH-Halle, dem ich für die freundliche Überlassung seiner Aufzeichnungen zu großem Dank verpflichtet bin. Schon seit Jahren richtet Herr RÜHLEMANN sein besonderes Augenmerk auf etwaige Säugetierfunde in der näheren Umgebung seiner Heimat. Die bereits genannte Ziegeleigrube hat bisher außer einigen spärlichen Resten von Rhinoceros und Equus, die in der Kieslage über der Schwarzerde gefunden wurden, nichts Besonderes geliefert. Erst im Sommer 1931 wurden in der etwa 80 cm mächtigen Löß- und Schwarzerdeschicht durch die Grubenarbeiter einige neue Knochenreste zutage gefördert. Herr RÜHLEMANN konnte durch eigene Nachgrabungen weitere Reste bergen, wenn es auch nicht möglich war, alles zu retten, was ursprünglich vorhanden war. Die neuen Funde sind die Reste zweier Murmeltiere und bestehen aus folgenden Teilen: Ein Oberkieferfragment (Gaumenplatte) mit p4-m2 rechts und p4 und m1 links, weitere Schädelreste, darunter Teile des Tympanicums, 2 zusammengehörige Unterkiefer (Taf. 1 Fig. 2 u. 3), 1 weiterer rechter Unterkiefer (Taf. 1 Fig. 1), Fragmente eines rechten und linken Humerus (mit distalen Enden) (Taf. 1 Fig. 6), 1 weniger gut erhaltener linker Humerus, die beiden verhältnismäßig gut erhaltenen Ulnae des kleineren Exemplars, die Ulnafragmente des zweiten, etwas größeren Exemplars (Taf. 1 Fig. 8 u. 9), das proximale Ende eines rechten Radius, sowie der fast vollständige dazugehörige linke Radius (Länge ohne distales Ende 57 mm) (Taf. 1 Fig. 7), 1 rechtes Femurfragment (distales Ende), 1 linkes Femurfragment mit proximalem Ende, 1 linkes Tibiafragment, 1 rechte fast vollständig erhaltene Tibia, ca. 77 mm lang (Taf. 1 Fig. 10), 1 Fibulafragment, mehrere Becken und Rippenfragmente, verschiedene Metacarpal- bzw. Metatarsal-Knochen, endlich ein linkes Calcaneum (Taf. 1 Fig. 11). ...