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Kritische Bemerkungen zur Gliederung des Eifler Mitteldevons

Wedekind, R.

Kurzfassung

I. Zur Frage der Zwei- und Dreiteilung des Eifler Mitteldevons: Die Zweiteilung des Mitteldevons begründete FERD. ROEMER (1885). Auf Grundlage dieser Auffassung stellte E. KAYSER, eine schärfere Präzisierung anstrebend, die Calceolaschichten den Stringocephalenschichten gegenüber. Dabei löste er im Gegensatz zu F. ROEMER (1885) und GOSSELET (1860) die Eifler Cultrijugatusschicht aus dem Verbande des Unterdevons heraus und stellte sie an die Basis der Calceolaschichten. Zur Grenzziehung von Calceolaschichten und Stringocephalenschichten benutzte er die Crinoidenschicht, die er wiederum an die Basis der Stringocephalenschichten stellte. Es ist heute eine hinreichend bekannte Tatsache, daß die Gruppe des Spirifer cultrijugatus bereits im oberen Teile des Unterdevons einsetzt, häufig wird, in der Eifler Cultrijugatusschicht ein Maximum der Häufigkeit und Verbreitung erreicht und mit dem Ende der Eifler Cultrijugatusschicht vollkommen verschwindet. Die Eifler Cultrijugatusschicht gehört also ihrer ganzen fatalistischen Entwicklung nach zum Unterdevon. Ihre Stellung zum Mitteldevon ist unnatürlich. Es ist weiter bekannt, daß Calceola sandalina nicht auf das untere Mitteldevon KAYSER'S beschränkt ist, daß sie sogar im höheren Mitteldevon häufiger und verbreiteter ist als im unteren Mitteldevon, daß überdies Stringocephalus keineswegs mit Beginn der Stringocephalenschicht, sondern erst höher einsetzt. Was als Stringocephalus angesehen wurde, gehört in den fraglichen Schichten gar nicht zu dieser Gattung, sondern zu Bornhardtina E. SCHULZ. Die sich neuerdings wieder einbürgernde Bezeichnung Couvin- und Givetstufe (REULING 1931) bedeuten nur eine Verdunklung der Unmöglichkeit der Zweiteilung. Daß überdies die Crinoidenschicht KAYSER'S gar nicht aufrecht zu erhalten ist, ist von mir bereits früher gezeigt. Der Versuch R. RICHTER'S (1906) der Gliederung KAYSER'S durch eine Aufteilung der Calceola sandalina eine neue Grundlage zu geben, ist restlos gescheitert, da breite Formen von Calceola auch im oberen Mitteldevon häufig und schmale schon in den Nohner Schichten SCHULZE'S nicht einmal selten vorkommen. Der Sachverhalt ist in Wirklichkeit so, daß sich breite Abarten von Calceola immer wieder aus schmalen Formen entwickeln. Da sich demgegenüber eine Dreiteilung des Mitteldevons im Sinne von EUGEN SCHULZ (1883) auf einer viel natürlicheren Grundlage durchführen läßt, habe ich seit einer Reihe von Jahren eine Dreiteilung des Mitteldevons vertreten. ...