Original paper

Neuere Gliederungsversuche in der Nordsudetischen Kreide

Scupin, Hans

Kurzfassung

In einer Arbeit über die Stratigraphie und Tektonik der Nordsudetischen Kreide habe ich kürzlich versucht, meinen Standpunkt bezüglich Gliederung und Tektonik der Kreide im Norden des Riesengebirges, wie ich ihn in meiner Monographie 1912/13 zum Ausdruck gebracht habe, anderen Deutungen gegenüber neu zu begründen, die als irrtümlich zurückgewiesen werden mußten, indem ich anderseits auch meine Angaben über die Tektonik noch etwas vervollständigen konnte. Gleichzeitig wurde der Versuch gemacht, die vorkretazischen jungen Krustenbewegungen weiter zu analysieren, soweit sie als orogen (Kimmerische Gebirgsbildung) oder epirogen zu deuten waren. Es handelte sich dabei wesentlich um eine Erörterung der Auffassungen, wie sie in den Erläuterungen zu den Blättern Gröditzberg, Goldberg, Lähn und Schönau a. d. Katzbach von B. KÜHN und E. ZIMMERMANN 1918/19 vertreten sind, weiter um Darlegungen von R. WINDE und H. ANDERT. Während des Druckes dieser Arbeit ist ein weiterer Aufsatz von H. ANDERT, Stratigraphie, Tektonik und Morphologie der sächsisch-böhmischen Kreide erschienen, der wieder auf die schlesischen Verhältnisse eingeht und daher ebenfalls eine Stellungnahme erfordert. Da hierbei auf die eingangs erwähnte Arbeit Bezug genommen werden muß, so mögen hier die Ergebnisse derselben noch einmal kurz zusammengefaßt werden. Es konnte gezeigt werden, daß in der Gliederung der Kreide auf den genannten vier Blättern der Geologischen Landesanstalt, die nur einen kleinen Teil des von mir bearbeiteten Kreidegebietes darstellen, ein bis 150 m mächtiger Schichtenstoß, der Ludwigsdorfer Sandstein, über den ich mich 1912/13 ausführlich geäußert hatte, völlig unbeachtet geblieben ist. Allerdings ist er auf zwei dieser Blätter (Schönau a. d. Katzbach und Lähn) gar nicht, auf Blatt Goldberg nur in einem verschwindend kleinen Deckenrest vertreten, und auch auf dem vierten Blatt (Gröditzberg) ist er fast ganz vom Diluvium und Alluvium verdeckt, unter dem er nur in einigen kleinen Ausschnitten sichtbar wird. Der gleiche Fehler findet sich aber auch bei WINDE, der das ganze Bober-Katzbach-Gebirge in den Kreis geologischer Betrachtung zieht und ein Normalgliederungsschema aufstellt, in dem der bei Löwenberg sehr deutlich aufgeschlossene Ludwigsdorfer Sandstein seltsamerweise fehlt. ...