Original paper

Über einen großen Dipnoer aus dem baltischen Mitteldevon

Gross, Walter

Kurzfassung

In meiner kürzlich erschienenen Arbeit über - ,Die Fische des baltischen Devons" (Palaeontographica) - habe ich unter dem Namen Dipterus? crassus einige Reste eines größeren Dipnoers aus den Asterolepisschichten des baltischen mittleren Old Red kurz beschrieben. Hier soll nun eine etwas ausführlichere Beschreibung erfolgen. Das baltische mittlere Old Red läßt sich auf Grund seiner Fischreste in mehrere Abteilungen und Unterabteilungen gliedern. Die untere Hälfte ist durch die Leitformen Pycnosteus palaeformis PREOBR., Heterostius und Homostius gekennzeichnet, die obere Abteilung durch Asterolepis ornata EICHW., Dendrodus biporcatus OWEN und Psammolepis (Psammosteus) paradoxa AG. Von den Heterostiusschichten lassen sich an der Basis noch die Pterichthysschichten abtrennen. Die Pterichthysschichten mit Pterichthys concatenatus EICHW. sind mergelig-tonig ausgebildet und in ihnen fehlen anscheinend Reste von Pycnosteus und Heterostius. In der oben erwähnten größeren Arbeit sind diese stratigraphischen Fragen ausführlicher behandelt worden. Dipnoerreste sind im baltischen mittleren Old Red sehr selten, namentlich aber in den Asterolepisschichten, wo ich im Laufe vieljähriger Sammeltätigkeit nur wenige Knochenplatten gefunden habe. In den Pterichthysschichten und namentlich in den Dolomitmergeln unmittelbar über dem obersten mittleren Old Red sind Reste von kleinen Dipnoern (Dipterus) nicht selten. Alle Reste von Dipterus? crassus stammen aus einigen wenigen Profilen an der livländischen Aa im Gebiet von Groß-Roop. Die relativ großen und dicken Knochenplatten sind gut erhalten. Die bei allen Dipterusarten vorhandene glänzende Kosminschicht fehlt bei D.? crassus. Da die Osteolepisschuppen aus den gleichen Profilen ihre Kosminschicht in bester Erhaltung aufweisen, und die Reste von D.? crassus sehr gut erhalten sind, ist kein Grund zur Annahme vorhanden, daß die Platten die Kosminschicht während des Transportes vor der Einbettung verloren haben. Durch neue, noch nicht veröffentlichte Untersuchungen STENSIÖ'S wird die Berechtigung eines Teiles der von WATSON (1926) gebrauchten Knochenbezeichnungen bestätigt. Aus diesem Grunde ist hier die WATSON'sche Terminologie angewendet worden; die Bezeichnungen GOODRICH'S (1930) werden in Klammern beigefügt. ...