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Das Alter des Laacher Bimssteinausbruches

Ahrens, Wilhelm ; von Bülow, Kurd

Kurzfassung

Während man früher allgemein für den Laacher Bimssteinausbruch ein jung- bzw. jüngstdiluviales Alter annahm - die Auswurfsmassen überlagern bekanntlich den jüngsten Löß und die Niederterrasse -, schlossen WILCKENS, QUIRING und AHRENS aus verschiedenen Gründen auf einen nicht unwesentlich jüngeren, etwa mittelalluvialen Zeitpunkt, während A. GÜNTHER (1924, S. 57) den Ausbruch in den ,Auslauf des Daunstadiums zum Alluvium" verlegt. Neuerdings ist nun C. MORDZIOL (1930 a und b, 1931) wieder für ein diluviales Alter eingetreten. - Bei der Wichtigkeit einer genauen Datierung des Bimssteinausbruchs für die Terrassenchronologie des Rheines - s. AHRENS 1930 - und für die Erkenntnis der Vorgänge, die zur Bildung dieser Terrassen führten, erscheint es notwendig, nochmals auf die Altersstellung des Ausbruches einzugehen, besonders da einige Pflanzenfunde von AHRENS wichtiges neues Material für die Beurteilung geliefert haben. Betrachten wir zunächst die Lagerungsverhältnisse. Die Bimssteinschichten überlagern den oberflächlich bereits entkalkten und verlehmten jüngsten Löß; sie überlagern ferner die Niederterrasse, die ebenfalls oberflächlich schon verlehmt ist. Am wichtigsten ist jedoch die von C. KÖNEN und H. SCHAAFFHAUSEN (1888) gemachte Feststellung, daß sie völlig ungestört die paläolithische Station am Martinsberg bei Andernach überdecken, die jetzt zum jüngsten Magdalénien gerechnet wird; die Begleitfauna weist auf ein bereits recht mildes Klima hin. Für die Erkenntnis der Vorgänge nach dem Ausbruch sind, wie MORDZIOL mit Recht hervorhebt, die Profile am wichtigsten, in denen die primären Bimsschichten in der Nähe irgendwelcher morphologischer Stufen (meist Terrassenkanten) von umgelagerten Bimssteinen überdeckt werden. Diese Profile sind an den verschiedensten' Stellen, vor allem am Rande des Neuwieder Beckens, aufgeschlossen. MORDZIOL (1930 b, S. 657) beschrieb sie zunächst aus der Gegend südlich der Straße von Bubenheim nach Mülheim. Noch vollständiger sind sie an den Terrassenabhängen zwischen Gladbach, Heimbach-Weis und Sayn auf der rechten Rheinseite entwickelt. Die Abbildung stellt ein derartiges Profil dar, wie es in den Gruben nw. Friedrichsberg, nw. Sayn im Sommer 1930 aufgeschlossen war. Über dem weißen Bimssteintuff mit dem Normalprofil des Neuwieder Beckens (vgl. MORDZIOL 1908) liegen zunächst etwa 15 cm grobe, dann 30 cm sehr feinkörnige graue Trachyttuffe. ...