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Über den tertiären Vulkanismus in der Umrandung des Siebengebirges

Burre, Otto

Kurzfassung

Der tertiäre Vulkanismus setzt im Siebengebirge und seiner Umrandung im oberen Untermiozän mit Durchbrüchen von Trachyttuffen auf beiden Seiten des Rheins ein. Während der Bildung der Trachytergüsse bleibt er im wesentlichen auf die gleichen, ziemlich engen Räume wie zur Zeit der Tuffdurchbrüche beschränkt. Mit dem Auftreten der Andesite ergreift die vulkanische Tätigkeit auf dem rechten Rheinufer ein beträchtlich größeres Gebiet, wobei die Centren zum Teil noch mit dem des Trachyts zusammenfallen, zum Teil aber beträchtlich verlagert sind, während der Vulkanismus auf dem linken Rheinufer in dieser Zeit ganz erlischt. Von den Basalten, deren letzte Ergüsse vermutlich in das obere Obermiozän fallen, wird dann ein weites Gebiet erobert, das von den Vulkangebieten des Hohen Westerwaldes und der Hohen Eifel durch eine vulkanfreie, bezw. vulkanarme, Zone getrennt ist. Die Centren des basaltischen Vulkanismus, die mit denen des Trachyts und des Andesits nicht zusammenfallen, liegen in einem SO - NW gerichteten breiten Streifen zu beiden Seiten des Rheins. In diesem Streifen, in dessen Bereich auch die trachytischen und andesitischen Durchbrüche und Ergüsse fallen, ist der Kern des Vulkanismus von den beiden Trachytcentren sowohl nach NW, als auch besonders nach SO gewandert. Die Übereinstimmung der Richtung dieses Streifens stärkster vulkanischer Tätigkeit mit derjenigen des tertiären Spaltensystems im Rheinischen Schiefergebirge weist auf einen Zusammenhang zwischen Vulkanismus und Tektonik hin.