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Das Kreideprofil des Schachtes Gneisenau IV bei Dortmund - Derne (Beitrag zur Stratigraphie der westfälischen Kreide Nr. I.)

Beyenburg, Edmund

Kurzfassung

Im Jahre 1930/31 brachte die Harpener Bergbau-A.G. bei Dortmund-Derne auf ihrer Schachtanlage Gneisenau einen neuen Schacht nieder. Beim Abteufen ließ die Verwaltung in anerkennenswertester Weise durch eine eigene Arbeitskraft sämtliche Fossilien aufsammeln. Es wurden so etwa 630 Lamellibranchiaten, Gastropoden, Ammoniten, Nautiliden usw., dazu noch 240 Seeigel geborgen. Zu großem Danke bin ich der Zechenverwaltung, namentlich den Herren Bergwerksdirektor Bergassessor SCHLARB und Markscheider Dr. BRUNE verpflichtet, die mir das gesamte Material zur Bearbeitnng freundlichst zur Verfügung stellten. Im Folgenden soll nun zunächst das petrographische Profil des Schachtes besprochen werden, wie es sich aus mir zur Verfügung stehenden 138 Handstücken ergibt, die durchschnittlich im Abstand von 2 m, mitunter auch von 1/2-1 m dem Profil entnommen worden sind. Dabei wird schon auf die stratigraphische Gliederung auf Grund des Fossilinhaltes Rücksicht genommen. Einzelne Angaben verdanke ich Herrn FALK. Anschließend werden die Versteinerungen aufgezählt, aus denen sich das stratigraphische Profil ergibt. Es wurde davon abgesehen, bei den einzelnen Arten eine palaeontologische Beschreibung zu geben, da sämtliche Fossilien schon mehr oder weniger oft beschrieben und abgebildet sind. Von größter Bedeutung für die stratigraphische Gliederung der oberen Kreide sind die Inoceramen, die in den letzten Jahren von R. HEINZ in einer größeren Anzahl von Arbeiten eingehend neu untersucht worden sind und deren weltweite hohe stratigraphische Bedeutung sich dabei klar zeigte. Bewußt wurde jedoch davon abgesehen, die neue Inoceramen-Systematik von HEINZ (1932) der Bearbeitung zugrundezulegen. In den allermeisten Fällen sind die dort angeführten neuen Genera und Arten nur unzureichend beschrieben und nicht abgebildet, so daß es bis zum Erscheinen der von HEINZ angekündigten großen Inoceramen-Monographie meistens unmöglich ist, diese Neuaufstellung zu berücksichtigen. Zunächst muß eine eingehende palaeontologische Begründung für die Aufstellung der 91 neuen Gattungen gegenüber den bisherigen 6 abgewartet werden. Mag auch eine geringe Anzahl von neuen Untergattungen berechtigt sein, so erscheint aber doch die Aufspaltung in so viele Gattungen vorläufig wenigstens als palaeontologisch noch bei weitem nicht genügend gefestigt und erwiesen. ...