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Betrachtungen zur paläontologisch-stratigraphischen Gliederung des Oberschlesischen Karbons

Gothan, Walther;Gropp, W.

Kurzfassung

I. Die Dachschieferformation (Unterkarbon): Im Berg- und Hüttenmännischen Jahrbuch, Leoben (81, 2, S. 41 ff., 1933) erschien vor kurzem ein Aufsatz von K. PATTEISKY, der sich eingehend mit der Frage der paläontologischen Stratigraphie des oberschlesischen, genauer des Ostrau-Karwiner Unterkarbons befaßt hat und auch auf die Fragen der Parallelisierung mit den westlichen Becken, besonders dem Ruhrrevier und den weiter westlich gelegenen Komplexen eingegangen ist. Da vor einiger Zeit durch W. GROPP gelegentlich seiner Untersuchungen im oberschlesischen Karbon dazu ebenfalls Stellung genommen wurde, und zwischen unseren Auffassungen und denen des Herrn PATTEISKY immer noch gewisse Differenzen bestehen, erscheint es uns nötig, einige Bemerkungen zu seinem Aufsatz zu machen. Es sei hier gleich vorweg bemerkt, daß die Differenzen außer in einem Punkt nicht beträchtlich sind, was sicher sehr zu begrüßen ist. Da diese Horizontierungsfragen auf einer etwaigen weiteren karbonstratigraphischen Konferenz sicher zum Austrag kommen werden, so ist es wünschenswert, daß wenigstens die Ansichten der Bearbeiter des deutsch-oberschlesischen und des Ostrauer Beckens selbst untereinander einigermaßen übereinstimmen, damit dort nicht das Schauspiel eines Krieges im eigenen Lager gegeben wird, womit die Frage der Parallelisierung mit anderen Becken von vornherein zum Scheitern verurteilt wäre. 1. Die ,oberen Wagstädter Schichten": Wir gehen die Fragen in der Reihenfolge durch, wie sie Herr PATTEISKY gebracht hat, nämlich von den tieferen Horizonten nach oben. Die erste und größte Differenz in unserer Auffassung besteht in betreff der oberen Wagstädter Schichten, des obersten kleinen Schichtenpaketes der Dachschiefer-Formation und deren Einordnung. Oberhalb der ,Bennischer Grauwacken", die als unterkarbonisch angesehen werden, lagert im Gesenke die mährisch-schlesische Dachschiefer-Formation, die bisher immer als ein zusammengehöriges Ganzes aufgefaßt worden ist, schon wegen ihres gleichartigen petrographischen und daher auch bei der Kartierung leicht zu erfassenden Charakters. Sie wurde früher insgesamt zum Unterkarbon gestellt, und auch heute ist es noch so für die meisten Autoren. Nur PATTEISKY macht für den obersten Teil, die sogenannten ,oberen Wagstädter Schichten", den ,Kiowitzer Horizont", eine Ausnahme, also für einen im ganzen recht kleinen Teil der Gesamtschichten, die er von dem Ganzen losreißen zu müssen glaubt. Er unterscheidet in der Dachschiefer-Formation, größtenteils nach den aufgefundenen Goniatiten, mehrere Zonen des Unterkarbons, die er nach H. SCHMIDT gliedert. ...