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,Älterer" Löß bei Crinitz in der Niederlausitz (Meßtischblatt Fürstlich-Drehna)

Zöller, A.

Kurzfassung

In Norddeutschland ist ,Älterer" Löß unter Geschiebemergel nur wenig bekannt. Ein neues Vorkommen ist jetzt durch die geologische Landesaufnahme auf dem Meßtischblatt Fürstlich-Drehna in der Niederlausitz gefunden worden. Die Aufschlüsse finden sich in Tongruben bei dem 90 km südlich von Berlin gelegenen, alten Töpferdorf Crinitz, einer Station der Staatsbahn zwischen Finsterwalde und Luckau. Crinitz liegt am Nordfuß des Niederlausitzer Grenzwalls. Dieser sich bis 150 m erhebende Rücken besteht in seinem Kern aus tertiären Ton- und Sandschichten, die von den Ablagerungen der beiden ältesten Eiszeiten bedeckt werden. Durch die Tongewinnung sind in Crinitz viele Aufschlüsse entstanden; zwei der größten zeigen in ihrem Profil das Vorkommen des ,Älteren" Lösses. Die beiden Gruben liegen dicht beisammen nördlich des Bahnhofs; die eine gehört der Krüger'schen Blumentopffabrik, die andere der Dachplattenfabrik von Herkner. Miozäner Ton, pliozäner Kies und Diluvium sind in beiden Gruben zu Sätteln und Mulden gestaucht, was in der Krüger'schen Grube zur Zeit der Aufnahme durch einen Baggerschnitt quer zum Streichen gut erkennbar war. Die 130 m lange, im Streichen eines Tonsattels angelegte Grube von Herkner hat als tiefste Schicht einen miozänen, fetten, dunkelgrauen Ton; darüber liegt pliozäner, weißgelber Kies (Bild 1 u. 2 auf Taf. 18). Er bildet das Liegende des Lösses, der, in der Mitte der Grube 2 m mächtig, nach Westen zu auskeilt. Sein Hangendes ist ein 1-2 m mächtiger Geschiebelehm mit großen nordischen Blöcken bis zu 3/4 m Länge; den Abschluß des Profils bildet Flugsand. Der zweite Lößaufschluß liegt in der Grube von Krüger, dicht südlich und südwestlich des erstgenannten. Die in Ostwestrichtung angelegte Grube ist 400 m lang. In ihrem nördlichen Teil wird sie von der Herkner'schen Grube durch einen langen, schmalen, 6 m hohen sandbedeckten Rücken getrennt, den man zunächst für eine Düne halten könnte. Ein Baggerschnitt quer zum Verlauf des Rückens zeigt jedoch, daß sein Kern aus Diluvium besteht und einer flachen tertiären Mulde eingebettet ist; sie besteht wie in der Herkner'schen Grube, aus fettem, miozänem Ton und pliozänem Quarzkies (Abb. 1). Das Diluvium beginnt mit einem grauschwarzen, tonstreifigen Mergelstaubsand; darüber folgt ein zarter, feingebänderter grauer von schwarzglänzenden Quetschflächen durchzogener Mergelton. Der über ihm lagernde Geschiebemergel füllt den größten Teil der Mulde aus und hat als härtester Boden in dem erwähnten Rücken der Abtragung widerstanden. ...