Original paper

Die geologischen Grundlagen des Roteisensteinbergbaus im Dillgebiet

Kegel, Wilhelm

Kurzfassung

Wer von Westfalen nach Dillenburg, dem diesjährigen Tagungsort der Deutschen Geologischen Gesellschaft, gekommen ist, hat auf der Fahrt durch das Siegerland die mächtige Folge der Siegener Schichten mit ihren Spateisensteingängen durchfahren. Im Rudersdorfer Tunnel kreuzt man die Wasserscheide zwischen Sieg und Dill und damit die südöstliche Grenze der Siegener Schichten. Auf der Weiterfahrt werden dann die jüngeren Gesteine im ganzen querschlägig durchfahren. Bis in die Nähe von Haiger bleibt man noch im jüngeren Unterdevon, in den Quarziten, Grauwacken und Tonschiefern der Koblenzstufe, die zwar spezialgefaltet sind, im ganzen aber doch in regelmäßiger Aufeinanderfolge zum Mitteldevon hinführen, das man etwa in der Höhe des Bahnhofs Haiger erreicht. Mit dem Eintritt in die mitteldevonischen Gesteine bei Haiger hat man die Dillmulde erreicht, die mit ihrer benachbarten Schwestermulde, der Lahnmulde, vom Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges her tief in den Kern des Gebirges hinein vorspringt und aus mittel- und oberdevonischen sowie unterkarbonischen Gesteinen aufgebaut ist. Die Rücksicht auf den Ort der Tagung legte die Beschränkung auf die Dillmulde nahe; doch mag vorweg gesagt sein, daß trotz mancher Verschiedenheiten doch weitgehende Verwandtschaft zwischen Lahn- und Dillmulde besteht, besonders auch hinsichtlich der Roteisensteine. Betrachten wir zunächst die räumlichen Beziehungen der Dillmulde als eines Teiles des Rheinischen Schiefergebirges (Abb. 1). Im NW ist der Dillmulde der Siegener Sattel vorgelagert. Dieser Sattel stößt nicht bis an den Ostrand des Schiefergebirges vor, sondern taucht mit allen seinen Spezialfalten an einer Querzone unter, die sich sehr deutlich ausprägt. Nordöstlich ist die Wittgensteiner Mulde mit einer Reihe von Spezialfalten vorgelagert. Aber auch in diesem Teil sind Dillmulde und Wittgensteiner Mulde durch eine sehr bedeutsame tektonische Linie voneinander getrennt, die Sackpfeifen-Überschiebung, an der ein mehrere Kilometer breiter Sattel von Mitteldevon auf das Oberdevon und Unterkarbon der Wittgensteiner Mulde überschoben ist. Die Sackpfeifen-Überschiebung ist als eine tektonische Linie erster Ordnung anzusprechen; denn sie trennt zwei Gebiete von stark abweichender geologischer Geschichte. Die Unterschiede beruhen vor allem in der großen Beteiligung eruptiver Gesteine an dem Aufbau der Dillmulde, während der Wittgensteiner Mulde diese Gesteine ganz fremd sind. ...