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Die Entstehung der Siegerländer Spateisensteingänge

Bärtling, Richard

Kurzfassung

In seinem Vortrage auf der Eisenerztagung in Dillenburg hat Herr BREDDIN seine bereits früher veröffentlichten Anschauungen über die Entstehung der Spateisensteingänge des Siegerlandes weiter ausgebaut und begründet. Er führt sowohl die Entstehung der Minerallösungen, die Eisenkarbonat und Milchquarz absetzten, wie auch die Entstehung der durch diese Mineralien ausgefüllten Gangspalten selbst und deren Störungen auf ein und dieselbe Ursache, die Druckschieferung, zurück. Wir wären also, wenn wir BREDDIN folgen wollen, wieder bei der Lateralsekretionstheorie, wie vor ungefähr 100 Jahren angelangt. So anregend BREDDIN'S Darlegungen auch waren, lassen sie sich doch nicht ohne ernste Bedenken hinnehmen. Es muß zwar als richtig anerkannt werden, daß mit der Druckschieferung ein nicht unwesentlicher Wasserverlust der Gesteine verbunden war, den BREDDIN auf 120 l je cbm Gestein berechnet. Er unterscheidet Eisenkarbonatsandsteine und Chloritgrauwacken. Die Spateisensteingänge sind nach ihm nur an die Eisenkarbonatsandsteine und ihr Hangendes gebunden. Daß das aber nicht immer zutrifft, zeigt schon ein von BREDDIN angegebenes Beispiel von Grube Wolf. Daß die Umwandlung des Kalkkarbonats der Fossilschalen in Spateisenstein von Gangspalten aus erfolgt sein sollte, lehnt BREDDIN mit Recht ab. Er schließt dann aber mit Unrecht: Wenn der Nebengesteinsspat nicht aus den Gangspalten gekommen sein kann, so muß der Gangspat eben aus dem Nebengestein gekommen sein. Es gibt aber nicht nur dieses ,Entweder - oder", sondern noch eine dritte Möglichkeit: Beide Arten des Spatvorkommens können die gleiche Ursache haben, die verschiedene Wirkungen hervorrief und im durchtränkten Nebengestein zu metasomatischen Vorgängen, in den offenen Gangspalten zum Auskristallisieren mehr oder weniger geschlossener Erz- und Mineralmassen führte. Die räumliche enge Verknüpfung von Eisenkarbonatsandsteinen und Spateisensteingängen beweist nichts für die Herkunft des Eisenkarbonats der Gänge aus diesen Sandsteinen. Es gibt ja auch genug Eisenkarbonatsandsteine (z. B. in der Eifel und im Harz), die auch der gleich starken Druckschieferung ausgesetzt waren und doch keine Spateisensteingänge enthalten. ...