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Die magmatische Mineral- und Gesteinsprovinz im Mitteldevon des Lahn-Dillgebietes

Lehmann, E.

Kurzfassung

Die petrographische und lagerstättenkundliche Durchforschung des Lahn-Dillgebiets ist aus Gründen, deren Erörterung hier zu weit führen würde, rückständig geblieben. Sie teilt damit das Schicksal manches anderen Gaues der deutschen Landschaft. Die petrographischen Arbeiten von R. BRAUNS und seinen Schülern, die vor nunmehr 25 bis 30 Jahren aus dem Gießener Mineralogischen Institut hervorgingen, haben keine Fortsetzung gefunden. H. SCHNEIDERHÖHN wirkte zu kurz in Gießen, um die Kenntnis der Eisenerzlagerstätten auf Grund der neuen erzmikroskopischen Methoden wesentlich erweitern zu können. Von geologischer Seite fehlte es zwar nicht an immer wieder neuen Versuchen, die Probleme der Stratigraphie, Tektonik und Lagerstättengenese zu lösen. Aber der Mangel an den notwendigen sicheren Unterlagen stand dem Erfolg nur allzu oft hindernd im Wege. Das gilt in besonderem Maße von den lagerstättenkundlichen Fragen, und zwar deshalb, weil diese hier mit den petrologischen aufs innigste zusammenhängen. Tappte aber der Geologe schon im Dunkel, so erst recht der Bergmann. Es war ein Glück, daß ihm die Erfahrung von Generationen eine Summe von praktischen Gesichtspunkten an die Hand gegeben hatte, an die er sich halten konnte. Trotzdem sah er sich in der Grube auf Schritt und Tritt Unklarheiten und Zweifeln gegenübergestellt. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, daß es der Bergbau war, von dem 1928 der erste Anstoß zu meinen Untersuchungen ausging. Daneben drängten vor allem die von den bisherigen völlig abweichenden Auffassungen von H. RICHTER zur Prüfung. Die Inangriffnahme der Arbeiten auf breiter Grundlage wurde zunächst ermöglicht durch eine Unterstützung seitens der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft, der ich auch an dieser Stelle meinen Dank ausspreche. Ebenso muß ich das jederzeitige Entgegenkommen der verschiedenen Bergverwaltungen sowie die Unterstützung seitens aller Grubenbeamten dankbar anerkennen. Nicht zuletzt gebührt mein Dank Dr. RICHTER, der mir auf vielen Exkursionen seine ausgezeichnete Kenntnis des Gebiets vermittelte. I. Die älteste, im Untermitteldevon zur Entwicklung gelangte magmatische Gesteinsserie repräsentieren die Keratophyre (Keratophyre i. e. S. zum Unterschied von den Keratophyrspiliten unter II). ...