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Über Analoga der karbonischen Torfdolomite in Braunkohlen

Gothan, Walther

Kurzfassung

Die in bestimmten Flözen der paralischen Steinkohlenreviere vorkommenden Dolomitknollen (Torfdolomite, coal balls) sind charakterisiert als autochthone Ausscheidungen (Niederschlagszentra), die die Primärstruktur der kohlenbildenden Pflanzen der betr. Flöze erhalten haben. Diese Gebilde sind den Kohlengeologen lange bekannt, und jetzt auch außerhalb Europas in Nordamerika gefunden worden. Sie spielen für die Kohlengeologie und die Paläobotanik eine besondere Rolle. Es war zu erwarten, daß in der Braunkohle ähnliche oder vergleichbare Gebilde auftreten würden. Dies ist auch der Fall, wenn auch diese oft etwas anders aussehen. Es kommen in der Braunkohle strukturzeigende Ausscheidungen in Form von Verkalkungen, Verkieselungen, Verkiesungen und Sphärosideritisierungen vor, neuerdings sind auch dolomitisierte gefunden worden, nämlich in der Braunkohle von Malliss in Mecklenburg. Die Ausscheidungen oder Intuskrustate in der Braunkohle sind meist intuskrustierte Hölzer, öfter ist aber auch die Braunkohlengrundmasse, der Urtorf, von der Versteinerung erfaßt worden, wodurch dann die Analogie mit den Torfdolomiten besonders groß wird. Da über die erwähnten besonders interessanten dolomitisierten Linsen von Malliss sozusagen nichts bekannt ist, außer was E. GEINITZ im Handb. des Braunkohlenbergbaues, 3. Aufl., S. 217, mitteilt, sei über diese etwas mehr berichtet (vgl. im übrigen GOTHAN & KNOPP, Braunkohle 1934, S. 151 und GOTHAN, ebenda, 1934, S. 384). Außer einigen dolomitisierten, z. T. sphaerolithisch strukturierten Hölzern, die aus dem Nebengestein zu stammen scheinen, hatte auf meine Bitte das Geol. Institut Rostock ein Stück der im Flöz vorkommenden Dolomitlinsen oder -bänke freundlichst übersandt. Das Gestein ist ein rauhes, grau-schwärzliches, etwas bräunliches und etwas staubendes Gestein, auf dem man übereinstimmend mit der Angabe von E. GEINITZ undeutliche Pflanzenabdrücke sieht, meistens Stengelreste und dergleichen, auch dolomitisierte Hölzer kommen nach GEINITZ darin vor. Das Gestein ähnelt äußerlich gewissen Brocken der Braunkohlenverkieselungen, die früher aus der Braunkohle von GOTHAN & BENNHOLD beschrieben worden sind; es ist aber weicher und besteht, wie bereits erwähnt, aus Dolomit. Die Vermutung, daß es auch strukturell den genannten Verkieselungen entspräche, wurde durch die Dünnschliffe bestätigt. ...