Original paper

Mikrofaunen-Vergesellschaftungen und Erdölbohrkern-Bestimmung

Eichenberg, W.

Kurzfassung

Auf den stratigraphischen Wert der Mikroorganismen für die Erdölbohrungen in unseren norddeutschen Erdölfeldern habe ich 1931 im 25. Jahresbericht des Niedersächsischen geol. Vereins hingewiesen. Von dieser Stelle aus konnte ich auf der Erdöltagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft im Mai 1932 die Ergebnisse meiner von der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft großzügig unterstützten Untersuchungen über die Brauchbarkeit der Kleinlebewesen Foraminiferen, Ostrakoden, Crinoiden, Ophiuren, Serpeln usw. in dem mächtigsten Deckgebirge unserer erdölführenden Schichten, in den Tonen der Unterkreide eingehender berichten und feststellen, daß es durchaus möglich ist, allein mit Hilfe der Foraminiferen die fünf Stufen der Unterkreide zu charakterisieren. Vergleicht man noch dazu die petrographischen Schlämmrückstände miteinander, so ist es weiterhin möglich, selbst die Unterabteilungen der STOLLEY'schen Belemnitenhorizonte auseinander zu halten. Diese Ergebnisse sind im Laufe der letzten 3 Jahre bei den Untersuchungen von Bohrkernen der verschiedensten Ölgesellschaften und mehreren Gutachten erweitert und gefestigt worden. Seit dem 1. Mai 1934 ist die Mikrofaunen-Forschung auf die Schichtenfolge des Doggers von Nord- und Süddeutschland und neuerdings auch auf die Oberkreide Sachsens ausgedehnt. Im Herbst 1931 sandte Herr Professor Dr. O. STUTZER auf meinen Vorschlag hin an die verschiedensten größeren norddeutschen Erdölgesellschaften und an den Sachverständigen für Erdölfragen der Preußischen Geologischen Landesanstalt ein ausführlicheres Rundschreiben, in dem eine einheitliche Untersuchung dieser wichtigen Mikroorganismen durch ein einziges Institut für sämtliche interessierten Erdölgesellschaften vorgeschlagen war, um Doppel- und Nebenarbeiten zu vermeiden. Durch die Gründung des Erdölinstitutes an der Geologischen Landesanstalt in Berlin ist die von uns schon seit Jahren betonte Wichtigkeit der Foraminiferenforschung für die deutschen Erdöllagerstätten anerkannt worden. Es ist von verschiedensten Seiten der Einwand erhoben, die Foraminiferen wären als Faciesfossilien für die Erkenntnis der stratigraphischen Horizonte unbrauchbar. ...