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Die Fortsetzung der Zittauer Braunkohlenformation nach Böhmen

Müller, Bruno

Kurzfassung

Die unmittelbare Fortsetzung der Zittauer Braunkohlenflöze über die böhmische Grenze und die letzten Ausläufer der Tertiärschichten bei Ketten sind von verschiedenen Seiten geologisch bearbeitet worden. Aber erst der Vortragende konnte auf Grund neuer Bohrungen nachweisen, daß auch das viel weiter flußaufwärts gelegene Reichenberger Becken mit flözführendem Miozän gefüllt ist und daß sogar das 35 km von Zittau entfernte Reichenauer Becken Tertiärschichten von 140 m Mächtigkeit enthält. (Abb. 1.) A. Reichenberger Becken. Über die hier niedergebrachten sehr erfolgreichen Trinkwasserbohrungen hat der Vortragende bereits eine sehr ausführliche Veröffentlichung erscheinen lassen und Herr K. RUDOLHP das paläobotanische Material bearbeitet. Die wichtigsten Ergebnisse sind folgende: Im eozänen Tropenklima bekam die Granitschale des Isergebirgsgranitites eine tiefgründige Laterit-Verwitterungsrinde. Im Oligozän begann sich die Pultscholle des Isergebirges herauszuheben: die Hebung dauerte bis in Miozän. Die leicht zerstörbaren Latente wurden sofort von der gehobenen Scholle herabgeschwemmt und auf die nicht gehobenen Latente des Reichenberger Beckens aufgelagert, wodurch diese vor Abtragung geschützt wurden. Bei der Umschwemmung der Isergebirgslaterite fand eine Sortierung statt, so daß abwechselnd Ton- und Kiesbänke entstanden. (Abb. 2.) Ein Bohrloch wies eine 70 m mächtige autochthone Lateritrinde des Granites nach, doch scheint durch Erdfließen usw. eine etwas größere Mächtigkeit vorgetäuscht worden zu sein, als wirklich vorhanden ist. Es werden echte Laterite (rot, gelb, braun), die weitaus am mächtigsten sind, unterschieden von lebhaft grünen Letten, die beim Austrocknen sofort ausbleichen und wahrscheinlich unter Einfluß der Inkohlungsvorgänge verändert worden sind - und von erweichten Graniten, die frisch aussehen, aber butterweiche rote Orthoklase haben. Auch sie bleichen aus, wenn sie die Bergfeuchte verlieren. ...