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Ueber einige für die Bodenbildung bedeutungsvolle geologische Tatsachen im sächsischen Elbsandsteingebirge

Härtel, Fritz

Kurzfassung

Einleitung: Für die allgemeine bodenkundliche Erforschung eines Landes ist die Kenntnis der Waldböden deswegen besonders wichtig, weil sich gerade hier - im Gegensatz zu den landwirtschaftlich genutzten Böden - das natürliche Bodenprofil meist noch relativ unberührt erhält. Allerdings darf man nicht vergessen, daß in den sächsischen Waldungen schon seit dem Ausgange des Mittelalters durch den starken Holzverbrauch für Bergbau und Hüttenbetrieb, besonders aber seit Mitte des vorigen Jahrhunderts durch den einseitig bevorzugten Nadelholzanbau auch der Boden gewisse künstliche Veränderungen erlitten hat. Im folgenden sei kurz über einige Beobachtungen berichtet, die Verfasser im Rahmen der erwähnten forstlich-bodenkundlichen Untersuchungen im Vorjahre in den Waldungen des sächsischen Elbsandsteingebirges sammeln konnte. Wie schon in anderen Teilen Sachsens, so hat sich gerade im vorliegenden Gebiete besonders eindrucksvoll gezeigt, daß für solche praktisch-bodenkundliche Arbeiten die geologischen Spezialkarten bei weitem nicht ausreichen. Damit soll aber der Wert der geologischen Karten als einer unentbehrlichen Grundlage auch für spezielle Bodenuntersuchungen in keiner Weise geschmälert werden. Denn auch in der modernen Bodenkunde hat das Grundgestein als einer der wesentlichen Faktoren bei der jeweiligen Entwicklung des Bodenprofils und des darnach definierten Bodentypus zu gelten. Geologischer Bau des Gebietes: Der geologische Aufbau des Elbsandsteingebirges darf hier im wesentlichen als bekannt vorausgesetzt werden. Zur Übersicht möge eine Schichtentabelle aus der II. Auflage von Blatt Pirna dienen. Diese Tabelle ist zwar durch neuere Forschungen stellenweise etwas überholt, eignet sich jedoch für einen Überblick deswegen besonders gut, weil gerade in der Gegend von Pirna das sächsische Kreideprofil wegen der hier stattfindenden faziellen Übergänge am vollständigsten entwickelt ist. Wie die Übersichtstabelle zeigt, baut sich die Oberkreide Sachsens im wesentlichen aus mehreren Stufen von Quadersandstein auf, denen verschiedene, weniger mächtige Horizonte von Pläner, Tonen und glaukonitführenden Grünsandsteinen zwischengeschaltet sind. Die angegebenen Mächtigkeitsziffern weichen in anderen Teilen des Elbsandsteingebirges z.T. erheblich ab. ...