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Das Oberdevon der Attendorn-Elsper Doppelmulde

Weber, Hans

Kurzfassung

Die Attendorn-Elsper Doppelmulde wird von Schichten des Oberdevons und Unterkarbons aufgebaut. Weitgehende Differenzierung und der Mangel an geeigneten Fossilien hatten bisher eine Gliederung des sandig-schiefrigen Oberdevons und seine Parallelisierung mit den Cephalopodenkalken verhindert. Durch die Aufsammlung und die jetzt mögliche Bestimmung der Ostracoden konnte dies durchgeführt werden. Auf dieser Grundlage wird eine Erklärung der faziesbestimmenden Vorgänge ermöglicht, die im wesentlichen in einem verstärkten Sinken von Becken zwischen stabileren Schwellen gesehen werden. In der Beckenfazies erreicht die Mächtigkeit des Oberdevons etwa 600 m, in der Schwellenfazies nur etwa 70 m. Alle Übergänge zwischen Becken- und Schwellenfazies sind zu beobachten, insbesondere am Nordflügel der Attendorner Hauptmulde. Zum ersten Male konnten die Veränderungen einer solchen Schwelle im Rheinischen Schiefergebirge verfolgt werden. Während die Meggener Schwelle an der Grenze vom Mitteldevon zum Oberdevon noch die ganze Doppelmulde einnahm, wurde sie im Laufe des Oberdevons schrittweise bis in die Gegend von Grevenbrück zurückgenommen, um im Unterkarbon ganz zu verschwinden. Infolge geringer orogener Bewegungen kam es zu Beginn der Dasberg-Stufe zu einem Wiederaufleben der Schwelle im Norden, wobei örtlich Verlandungen eingetreten sein müssen. Diese Bewegungen (,Synorogenesen" nach STILLE), am Ausgange der Oberdevons, die der marsischen Phase angehören, sind auch in anderen Gebieten des Sauerlandes zu finden; sie liegen auf einer Querschwelle, mit der nach PAECKELMANN das gleichzeitige Untertauchen des Remscheid-Altenaer Sattels, des Siegerländer Sattelkomplexes und des Ebbesattels in ursächlicher Verbindung zu stehen scheint.