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Die Gliederung und Altersstellung der Crednerien-Schichten bei Niederschöna und Dippoldiswalde

Häntzschel, Walter

Kurzfassung

Die als Niederschönaer oder Crednerien-Schichten bezeichnete Folge von Ablagerungen, die besonders bei Niederschöna, im Tharandter Wald und in der weiteren Dippoldiswalder Umgebung unter dem marinen Cenoman entwickelt ist, gliedert sich in: feinkörnige, helle Sandsteine; Sandsteine mit pflanzenführenden Tonlinsen und basale Grundschotter, Sande u. Kiese. Die Grundschotter, die wenig gerundete Gerölle aufweisen, zeigen eine Härteauslese; sie bestehen zu 80-90% aus Milchquarz, überdies sind Kieselschiefer, Porphyre, Quarzitschiefer, Hornsteine und Gneise vertreten. Für einige der Komponenten läßt sich die Herkunft ermitteln. Auch die auf Blatt 101 (Dippoldiswalde-Glashütte) der sächs. geol. Spezialkarte als marine Konglomerate und konglomeratische Sandsteine (c 1 k) ausgeschiedenen Gesteine sind den Grundschottern zuzurechnen. Quarz-Dihexaeder, die man in den Kiesen, Sanden und Sandsteinen beobachtet, sind offenbar nicht Porphyrquarze, sondern sekundäre Bildungen im Sediment. Die Sandsteine mit Tonlinsen erreichen innerhalb der Crednerien-Schichten eine relativ große Mächtigkeit. Die Tonlagen und -Linsen stellen sich meist erst in den höheren Lagen dieser Sandsteine ein. Zwischen ihnen und dem marinen Transgressionskonglomerat liegen 1-6 m mächtige Sandsteine, die fossilleer sind und petrographisch durch das Fehlen ausgeprägter Schichtung und starkes Zurücktreten von tonigem Bindemittel von den marinen Sandsteinen gut unterscheidbar sind. Sie konnten von Niederschöna aus nach Osten und Südosten in den Tharandter Wald verfolgt werden. Die in ihnen vorkommenden Röhren, die pflanzlichen Ursprungs sein dürften, wurden an mehreren neuen Fundpunkten nachgewiesen. Die Kornzusammensetzung dieser Sandsteine (hohes Maximum der Korngröße 0,5-0,2 mm) weist auf äolische Sedimentation, vielleicht Stranddünen, hin. Die Frage eventueller Äquivalenz der Crednerien-Schichten mit marinem Obercenoman wird erörtert, eine klare Entscheidung dieser Frage ist aber einstweilen nicht möglich.