Original paper

Wurmbauten aus dem mittleren Buntsandstein von Helgoland

Sindowski, Heinz

Kurzfassung

Bisher kennen wir Wurmbauten aus fast allen Buntsandsteingebieten Mittel- und Süddeutschlands. BLANCKENHORN beschreibt sie aus dem Gebiete der Rhön, SOERGEL aus Thüringen, BRÄUHÄUSER aus Württemberg und verschiedene Autoren aus Baden. In den eben genannten Gebieten kommen sie meist in mehreren Horizonten vor, die sich nach Norden zu vermindern scheinen, bis wir auf Helgoland nur noch einen an der Grenze der unteren (sm1) zur oberen Abteilung (sm2) des mittleren Buntsandstein kennen. SCHINDEWOLF beschreibt aus Hessen eine Wurmspurenbank in gleicher stratigraphischer Lage. In Helgoland gliedert sich der mittlere Buntsandstein in den dunkelrotbraunen, tonigen sm1 und den darüberliegenden hellroten, mergligen sm2. Beide Abteilungen werden durch eine etwa 4 m mächtige Folge von weißgrünen bis grauen Kalksandsteinen getrennt, worin sich unsere Wurmbauten befinden. Die rotbraunen, tonigen Sandsteine des sm1 werden nach oben scharf durch eine 0,20 m mächtige Folge von weißen, lockeren und grobkörnigen Sandsteinen mit kalkigem Bindemittel abgeschnitten. Diese Sandsteine zeichnen sich durch eine Führung von kleinen Kalk- und Quarzgeröllchen aus und erwecken den Eindruck eines degenerierten Transgressionskonglomerates, zumal unter den Gerollen viel tonig-sandiges Material des Liegenden zu finden ist. Darüber liegt dann der Wurmbautenhorizont, als weiße, ziemlich grobkörnige Sandsteinschicht von 0,05 m Mächtigkeit ausgebildet. Auf seiner Oberfläche sehen wir neben einzelnen Trockenrissen schöne Wellenfurchen und ovale bis kreisrunde, trichterförmige Vertiefungen, die einen erhöhten Rand aus Sandkörnern besitzen und sich nach innen noch in konzentrischen Abstufungen vertiefen. Der Durchmesser der Vertiefungen schwankt zwischen 0,3 und 1 cm. Nach unten setzen sich diese Öffnungen in flache, unregelmäßig U-förmige Gänge fort, die mit einem grünlichen, tonigen Material gefüllt sind. Von allen bisher aus dem Buntsandstein beschriebenen Wurmbauten unterscheiden sich unsere durch die außerordentlich gut erhaltenen Mündungstrichter der Wurmröhren, durch das Fehlen einer erkennbaren Spreite und ihre flachen, bisweilen sehr unregelmäßigen U-förmigen Röhrengänge. Nach der von RUD. RICHTER gegebenen Systematik solcher Wurmbauten handelt es sich wahrscheinlich um die Gattung Arenicolites SALTER, wofür die unregelmäßigen U-Gänge ohne Spreite sprechen, die erkennen lassen, daß der Wurm seinen Gang nicht erweitert, sondern einen neuen gegraben hat.