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Hornfelsbildung und Anatexis im Lausitzer Massiv

Ebert, H.

Kurzfassung

Am Kontakt von erstarrendem granitischen Magma mit Sedimenten von granitähnlichem Chemismus können die Bedingungen so sein, daß die auf Grund der physikalisch-chemischen Berechnungen BOWEN'S gestellte Forderung nach mineralparagenetischer Gleichheit von Erstarrungsprodukt und Kontaktgestein erfüllt wird (Angleichungs- und Hybridkontakte); im Extremfalle kann es zu einer völligen Granitisierung kommen (Anatexis). Häufig bleibt aber die Entwicklung vor der Erreichung dieser paragenetischen Übereinstimmung stehen (infolge ungenügender Reaktion zwischen Magma und Nebengestein); es bilden sich dann die sog. ,normalen Kontakthöfe" (Hornfelskontakte). Am Lausitzer Massiv lassen sich beide Erscheinungen nebeneinander beobachten. Der ,Lausitzer Biotitgranit" hat am ganzen Nordrande seines Massivs in den (kulmischen?) Grauwacken und Schiefern einen ,Hornfelskontakt" erzeugt, im Innern des Massivs aber große Massen derselben Sedimente weitgehend granitisiert. Der ,Lausitzer Zweiglimmergranit" ist als das Extremprodukt der Granitisierung, nicht als wirkliches Magmagestein anzusehen.