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Die Faunenhorizonte der Gas- und Gasflammkohlenschichten des Alsdorfer Horstes im Wurmgebiet bei Aachen und eine neue Einteilung der Alsdorfer Schichten

Hahne, Carl

Kurzfassung

Nachdem wir nunmehr auch den Alsdorfer Horst, den wichtigsten Bergbaubezirk des Aachener Kohlengebietes, geologisch vollständig neu aufgenommen haben (alle noch offenen Strecken wurden nach unserer früher angegebenen Methode genauestens durchgearbeitet und im Maßstab 1:200 dargestellt), möchte ich im Folgenden zusammenfassend über die Faunenhorizonte der Gas- und Gasflammkohlenschichten (Alsdorfer Schichten im WUNSTORF'schen Sinne), besonders die Muschelhorizonte, berichten und anschließend einige Vorschläge zur Verbesserung der stratigraphischen Einteilung dieser Schichten machen. Die marinen Horizonte kann ich kurz behandeln, da das Wesentliche über sie schon in anderen Arbeiten von mir und anderen gesagt ist. Den Katharina-Horizont, im Hangenden des Flözes 1 gelegen und seit langem bekannt, haben wir soweit möglich durch die gesamte Alsdorfer Scholle verfolgt. Er ist entsprechend der tiefen Profillage nur im Süden des Gebietes, im Mariafeld (nur in den tieferen Sohlen), im Anna 3-Feld (hier nur in Bohrungen) und im Anna 2-Feld (nur an einer Stelle) aufgeschlossen. Bemerkenswert ist, daß an zwei Stellen im Mariafeld, nämlich in P I und P III des Ostfeldes, trotz sorgfältigen Suchens über Flöz 1 keine marinen Fossilien gefunden wurden, sondern daß hier gleich über dem Flöz Süßwassermuscheln zu liegen scheinen. Auch im Maria-Westfeld, wo allerdings die Aufschlüsse in dieser Partie immer schlecht sind, sind keine marinen Fossilien über Flöz 1 gesammelt. Da auch in der Kohlscheider Scholle trotz wiederholten und planmäßigen Suchens über dem (und zwar unmittelbar darüber) dem Flöz 1 nach allen Kriterien entsprechenden Flöz Sandberg nur Süßwassermuscheln gefunden sind, wäre es denkbar, daß das Katharinameer schon im Bereich der Alsdorfer Scholle seine Küste gehabt hätte und daß im Bereich des Westfeldes und der Kohlscheider Scholle lediglich Strand-(Süßwasser-)seen in der Nachbarschaft des Meeres, aber von ihm abgeschlossen, bestanden haben, oder daß das Meer nach Westen so flach wurde und infolge der hineinströmenden Süßwasserbäche so ausgesüßt, daß marine Tiere hier nicht mehr leben konnten. Schon im Maria-Ostfeld könnten gewisse Untiefen nahe der Küste bestanden haben. - Die Verhältnisse scheinen im ganzen ähnlich zu sein wie für das Wasserfallmeer, das ebenfalls nach Westen zu Ende geht. ...