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Zur Paläogeographie des Jungpaläozoikums in Deutschland

v. Freyberg, B.

Kurzfassung

Obwohl die Saar-Saalesenke durch die Spessartachse längsgeteilt wird, lag bei Beginn der Zechsteintransgression eine Fläche vor, die über Schwellen und (mit Rotliegendem erfüllte) Senken ziemlich einheitlich hinwegging. Nur eine geringe Einbiegung gehörte dazu, um diese Fläche unter Wasser zu setzen, und so griff rasch, und ohne Widerstand zu finden, die Transgression des Zechsteins aus. Das Becken war noch im unteren Zechstein so flach, daß wenig hohe Reliefunterschiede sich sofort hinsichtlich der Verteilung der Sedimente geltend machten, indem geringe Erhebungen frei blieben (siehe die hinten angegebenen Abhandlungen des Verfassers). Solche Erhebungen fanden sich nicht nur längs der Küste, sondern auch im Beckeninnern, besonders längs der vom Rotliegenden freien Schwellen. Eine Reihe von Arbeiten des Verfassers und anderer Forscher (BORN, KÜHNE, SCHWEL, STILLE) erwies immer wieder die paläogeographische Wichtigkeit der Spessartschwelle (auf die BRANDES zuerst hingewiesen hatte) und anderer ähnlicher Schwellen. Vergleicht man aber die diesen verschiedenen Abhandlungen beigegebenen paläogeographischen Karten, so ergibt sich, daß sie in den Einzelheiten vielfach voneinander abweichen, und daß diese Abweichungen nicht nur auf verschiedenen Auffassungen oder Deutungen der bekannten Tatsachen beruhen, sondern auch darauf, daß z.T. nicht alle der bekannten Tatsachen berücksichtigt wurden. Der Verfasser versucht nun hier eine Kartendarstellung zu geben, die diese Widersprüche nach Möglichkeit klärt, und hält das für nötig, da offenbare Irrtümer bereits aus den Spezialarbeiten in andere Darstellungen übernommen wurden. Dabei gibt uns nur ein Zeitpunkt ein einigermaßen sicheres Bild: Die Überdeckung vom Zechstein. Da aber erhebliche Teile Süddeutschlands nicht von der Zechsteintransgression ergriffen wurden, so müssen wir dort den Zeitpunkt der Überdeckung durch Trias zu Hilfe nehmen. Dadurch entsteht bereits eine Fehlerquelle; denn hier kann sich,: während im Norden der Zechstein abgelagert wurde, einiges geändert k haben. Solange wir also in Süddeutschland die Verhältnisse zu Beginn des Zechsteins nicht genau konstruieren können, setzen wir in unserer Karte Dinge gleich, die streng genommen nicht gleichgesetzt werden dürfen. Nach unserem gegenwärtigen Wissen ist das nicht zu vermeiden. Im übrigen stellt die Karte der jungpaläozoischen Sammelbecken das Endergebnis der Gebirgsbildung, Abtragung und Zufüllung dar, wie es zu Beginn der Überdeckung mit Zechstein (bzw. Trias) vorlag. ...