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Miocäne Mollusken aus der Landschaft Rembang (Java)

Wanner, J.; Hahn, E.

Kurzfassung

I. Allgemeiner Teil (J. WANNER) Einleitung: In der Landschaft Rembang treten fossilreiche Sedimente des älteren Neogens bekanntlich in großer Verbreitung zu Tage. Hier sammelte schon VERBEEK bei seiner geologischen Aufnahme von Java und später K. MARTIN, welcher die Molluskenfunde VERBEEK'S und seine eigenen im Rahmen seines grundlegenden Werkes: ,Die Fossilien von Java" beschrieb. Über die Foraminiferen dieses Gebietes haben außer MARTIN vor allem H. DOUVILLÉ (1916), I. M. VAN DER VLERK (1928) und TAN SIN HOK (1932) berichtet. Als die wichtigsten von VERBEEK und MARTIN entdeckten Fundorte und Fundortsgebiete sind zu nennen: 1. Sedan im Süden von Sedan und im Osten des Gg. Boetak (coll. VERBEEK Nr. 336). 2. Boetak im Westen des Gg. Boetak (coll. VERBEEK Nr. 337). 3. Ngampel am Wege von Rembang nach Blora (coll. MARTIN). 4. die Umgebung von Ngandang (coll. MARTIN). Nähere Mitteilungen über diese Fundorte und die dort vorkommenden Faunen linden sich bei MARTIN (Slg. des geolog. Reichsmus. Leiden, (1), 6, S. 145 (1900); 8, S. 145-152 (1907); 9, S. 147-159 (1912) und 1919, Palaeozoolog. Kenntnis von Java). Ein weiteres Fossilvorkommen im Flüßchen Lodan im Nordschenkel der Sedanantiklinale hat schon vor Jahren Dr. J. ERB entdeckt. Sein Material haben HAANSTRA & SPIKER (1932) publiziert. Hierzu kommen jetzt die in der vorliegenden Abhandlung beschriebenen Vorkommen, die ich im J. 1907 gelegentlich einer im Auftrage der Bataafsche Petroleum-Maatschappy unter Assistenz von Herrn B. H. VAN DER LINDEN ausgeführten, zweimonatlichen erdölgeologischen Untersuchung aufgefunden habe. Diese Vorkommen liegen etwa 25 bis 40 km südöstlich von den bisher bekannten in dem Hügellande östlich von der Straße Bodjonegoro-Djatirogo und nördlich der Straße Bodjonegoro-Ploembang, hauptsächlich in der Nähe der Dörfer Soemberan und Bringin und auf dem Ölfelde Gegoenoeng. Bei der beschränkten Zeit, die mir bei diesen Untersuchungen zur Verfügung stand, konnte zwar von einer gründlichen Ausbeute dieser Fundstellen, die auch reiche Foraminiferenfaunen geliefert haben, keine Rede sein. Gleichwohl war das Ergebnis insoweit befriedigend, als sich von den 68 aufgefundenen Molluskenarten gut die Hälfte als neu erwies, was eine wesentliche Bereicherung unserer bisherigen Kenntnis der ,Rembangfaunen" bedeutet. Die relativ große Zahl neuer Arten kann jedoch nicht überraschen, da die miocänen Ablagerungen von Rembang, im großen und ganzen küstennahe Bildungen eines untiefen Meeres, erhebliche Faziesunterschiede zeigen. ...