Original paper

Zwei Korallen aus dem Karbon Nordspaniens

Weissermel, W.

Kurzfassung

Auf einer Studienreise in Nordspanien sammelte Herr H. QUIRING in dem Fettkohlenbezirk von Gervera (Prov. Palencia) außer einigen Pflanzen auch marine Faunen. Dazu gehören die beiden nachstehend beschriebenen Stücke, die er zur Bearbeitung freundlichst mir anvertraute. Aus einer unter den Steinkohlenflözen liegenden Kalkbank (1,5 km westl. von S. Cebrian da Muda) stammt Amygdalophyllum quiringi n. sp., und aus einer über der Flözfolge liegenden Kalksteinbank (2,5 km nordwestl. von S. Cebrian), die bisher als versteinerungsleer galt, die an zweiter Stelle beschriebene Zaphrentis. Die in der Flözfolge (Moscovien) gesammelten Pflanzen erweisen, daß die Flöze in das Westphal B und C gehören. Da aus diesem Teile Nordspaniens bisher karbonische Korallen nicht bekannt geworden sind, wird nachstehende Beschreibung von Interesse sein. Die genaueren Fundorte ergeben sich aus nebenstehender Skizze. Amygdalophyllum quiringi sp. Tafel 22, Figur 1. Aus einem schwärzlichen oberkarbonischen Kalk, der außer unbestimmbaren Fossilresten auch Krinoidenstiele führt, tritt eine eigentümliche Einzelkoralle auf der Unterseite mit einem Durchmesser von etwa 4,5 mm, auf der Oberseite in einem Schrägschnitt von etwa 23 x 26 mm Durchmesser hervor. Der letztere wurde in etwas gewölbter Fläche poliert. Der große Unterschied im Durchmesser bei einem Längenunterschied von nur etwa 15 mm zeigt schon, daß es sich um ein trompetenförmig erweitertes Polypar handelt; wahrscheinlich ist dieses zugleich hornförmig gebogen, da der durch die Oberfläche gegebene schräge Schnitt trotz einer Drehung von etwa 45° gegen die ursprüngliche Polypenachse nur einen mäßig verzerrten Eindruck macht. Einen ähnlichen, wenn auch weniger extremen Längsschnitt bildet D. HILL bei A. conicum ab (Proc. R. Soc. Queensland, 14, 1934, S. 70, Textf. 1). Im inneren Teile sieht man 27 bis zum Zentrum reichende Septen I Ordnung; zwischen ihnen liegen ebenso viele kürzere Septen II. Diese reichen wenig über eine Art unvollständiger Innenwand hinaus, die, nach der spitzwinkeligen Verbindung der Septen zu schließen, durch steilgestellte Dissepimente gebildet werden dürfte. Die stark exzentrisch gelegene Mitte des Kelches wird eingenommen von einem kräftigen Säulchen, das mit einem Querdurchmesser von 1 mm, einem Längsdurchmesser von 3,5 mm stark seitlich zusammengedrückt erscheint. Die Septen I biegen sich von beiden Seiten deutlich bilateral zu diesem Säulchen, ohne aber in feste Verbindung mit ihm zu treten. ...