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Schwerspat-Anreicherung durch alkalische Verwitterungslösungen in einer fränkischen Keuper-Arkose und ihre regionale und geochemische Bedeutung

Klein, S.

Kurzfassung

1. Einleitung: Lagerstättenartige Anreicherungen von Schwerspat, welche ihre Entstehung der Gesteinsverwitterung verdanken, konnten bisher unter humiden Klimaverhältnissen noch nicht nachgewiesen werden. Zwar führte bereits G. BISCHOF (1847, S. 625/635) letzten Endes alle Barytablagerungen hierauf zurück, aber er fand auch durch Laboratoriumsversuche, daß der chemische Lösungsumsatz von Schwerspat mit dem bei der Verwitterung der Feldspatgesteine entstehenden Alkalikarbonat unterhalb 25° bis 27° C nicht mehr stattfindet, so daß Anreicherung des Bariums besonders aus solchen Gesteinen, die Schwerspat in fein verteiltem Zustand enthalten, alsdann nicht mehr möglich sein kann. In neuerer Zeit hat G. B. TRENER (1910, S. 451), der die physikalisch-chemischen Bildungsbedingungen des Schwerspates ausführlich behandelte, den chemischen Angriff von Baryt durch verdünnte Alkalikarbonat-Lösungen unter 25° G ebenfalls verneint. Andererseits zeigte sich durch gesteinsanalytische Untersuchungen immer mehr, daß viele saure und basische Eruptivgesteine einen beachtlichen Bariumgehalt aufweisen und es hat daher B. BÄRTLING (1911, S. 142/143) neuerdings die Ansicht geäußert, daß die Feldspäte der Gesteine imstande seien, einen erheblichen Teil ihres Bariumgehaltes bei ihrer Zersetzung an absteigende Wässer bzw. an das Grundwasser abzugeben und so zur Bildung von Schwerspat-Lagerstätten beizutragen. Für die meisten der zahlreichen Schwerspat-Vorkommen in der Heidelberger Gegend hat W. SALOMON (1915, S. 104) für die verschiedenartigsten Gesteine eine derartige Erklärung abgelehnt und betont, daß kaum eine andere Möglichkeit bestehe, als sie von Thermalquellen abzuleiten. Dieser Auffassung schlossen sich später F. RÖHRER (1925) und A. Moos (1925) für Teile des Schwarzwald- und des Odenwaldgebietes längs des Rheintalgrabens an, ebenso P. DORN (1926) für die Barytabsätze in den Klüften der quarzitischen Burgsandstein-Arkose des Wendelsteiner Höhenzuges bei Nürnberg. Vergleichende Beobachtungen in dem ausgedehnten Steinbruchgebiet der quarzitischen Keuper-Arkose S. von Nürnberg führten mich schon vor Jahren zu der Anschauung, daß sowohl die dortigen umfangreichen Verquarzungserscheinungen wie auch die zahlreichen Kluftmineralbildungen, unter denen der Schwerspat die Hauptrolle spielt, im Gegensatz zur endogenetischen Auffassung von H. LAUBMANN (1924), P. DORN (1926) und G. KNETSCH (1928) wesentlich durch die Einwirkung absteigender Verwitterungslösungen unter besonders günstigen lokalen Bedingungen entstanden sein mußten. Eine solche Deutung mußte jedoch durch Laboratoriumsuntersuchungen gestützt werden, welche ich endlich im Winter I 1934/35 durch gütiges Entgegenkommen vornehmen konnte. ...