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Ein Beitrag zur Kenntnis der Chiemgauer Molasse

Boden, Karl

Kurzfassung

Unter den recht verstreut liegenden und unzusainmenhängenden Aufschlüssen in der Chiemgauer Molasse bildet das Profil am Ostufer der Traunzwischen Ober-Siegsdorf und Traunstein einen der interessantesten. Die reichen in diesen Schichten eingeschlossenen Faunen von niederen und höheren Tieren haben schon verschiedentlich zu palaeontologischen Bearbeitungen und stratigraphischen Erörterungen Veranlassung gegeben. (Z. B. G. W. v. GÜMBEL, 1861, S. 700 u. 741-749. GÜMBEL, 1894, S. 345. W. WOLFF, 1897. W. WEILER, 1932.) Aber auch in bezug auf den Gesteinsaufbau, insbesondere in bezug auf die Geröllbildung, finden sich beachtenswerte Verhältnisse, da hier an der Zusammensetzung der Ablagerungen grobe Schottermassen in weitem Umfang beteiligt sind, deren Untersuchung eine Ergänzung bildet zu den Beschreibungen der im Molassetrog westlich vom Inn aufgehäuften Schuttmengen. Die Molassebildungen sind an der am rechten Traun-Ufer entlang führenden Hauptstraße in einer ganzen Anzahl von Aufschlüssen entblößt, die jedoch nur eine geringe Höhe von einigen Metern erreichen. Über denselben stellen sich diluviale Ablagerungen ein, die den gesamten Hoch-Berg, sowie dessen nördliche Fortsetzung aufbauen und die auf einer ebenen Erosionsfläche der Molasse auflagern. Lediglich in einzelnen Grabenrissen können die Schichten an der Bergflanke etwas höher hinauf verfolgt werden. (Topogr. K. v. Bayern 1:25 000. Bl. Traunstein 769. Bl. Bergen 793.) Vorwiegend besteht die diluviale Überdeckung aus sehr mächtiger Moräne. Aufschlüsse in grobblockiger Moräne mit viel zentralalpinen Geröllen finden sich in mehreren Gruben bei Stein am Hoch-Berg und kurz vor Hochberg (775,8). Aber auch Sand und feiner Grus wurden beobachtet. Das Moränenmaterial läßt sich am ganzen Westhang des Hoch-Berges weit hinunter verfolgen. Nahe über der Molassegrenze stellen sich jedoch häufig durch Kalksinter fest verbackene, grobe diluviale Schotter ein. Dieselben sieben am Wege von Wernleiten nach Höll unterhalb vom Plateaurande an, außerdem am Wege, der nördlich von Hochberg ins Traun-Tal hinunterführt, bevor man die Molasse erreicht. Weiter nördlich finden sich dieselben kurz vor der Überführung der Wasserleitung über die Traun am rechten steilen Talhang wieder. Die Schichten der Molasse sind aufgerichtet und fallen durchschnittlich nut 45° nördlich ein. Offenbar liegt ein kontinuierlich fortlaufendes Profil vor. ...