Original paper

Über Sandsteinwülste

Kraus, E.

Kurzfassung

Vorstehend ist versucht, die kürzlich in dieser Zeitschrift begonnene Erörterung über die Bildungsart von Sandsteinwülsten durch Erfahrungen aus geosynklinalen Ablagerungsbezirken zu vertiefen. Zugleich konnte gezeigt werden, daß zwei, durch ihre Eigenschaften wohl gekennzeichnete Arten von Sandstein-Wülsten: die Kegelwülste und die Rutschungswülste bezeichnende Erscheinungen orogener Sedimente sind. Einzeln betrachtet bezeichnen diese Wulstbildungen jeweils nur kleinkatastrophale Vorgänge exogener Natur, indem sie sedimentär abgebildete Begleiterscheinungen wachsender Wasserströmung oder rutschender, subaquatischer Gehänge sind. Entstehung und Bedeutung dieser Formen kann aber erst recht gewürdigt werden, wenn wir sie in Beziehung setzen zu den allgemeinen Bildungsumständen, welche sich in der betreffenden Sedimenlfolge widerspiegeln. Beobachten wir Wülste und Wickelungs-Strukturen außerhalb der Geosynklinalen nur als Ausnahmefälle, so haben wir sie im geosynklinalen Wirkungsfeld angesichts der Mannigfaltigkeit und Häufigkeit ihres Auftretens als Regelbilder anzusprechen. Sie entsprechen hier den hyporogen bedingten Reliefschwankungen des geosynklinalen Bodens, die immer neu jene Vorbedingungen schaffen, welche anderswo nur in besonderen Grenzfällen verwirklicht werden.